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Urs Engeler Editor muss aufgeben

Das war der Schock der frühmorgendlichen Zeitungslektüre: Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass Urs Engeler Editor nach diesem Herbstprogramm aufhören müsse.

Und gerade da geht der Verlag mit einem Tausendseiter von Ulrich Schlotmann Die Freuden der Jagd an den Start: eines, wie der Verleger im aktuelle BuchMarkt (S. 38) richtig sagt, „der ambitioniertesten und avancierten Prosawerke der neuesten deutschen Literatur“.

Mit mäzenatischer Unterstützung waren seit Verlagsgründung 1995 die wichtigsten Stimmen deutschsprachigen Gegenwartslyrik bei Engeler präsent. Jetzt ist diese mäzenatische Unterstützung weggebrochen. Laut SZ hofft Urs Engeler, wenigstens die Zeitschrift Zwischen den Zeilen retten zu können.

Engeler gegenüber buchmarkt.de: „Betriebe machen zu, andere gehen zur Kurzarbeit über und drosseln die Produktion. Ein literarischer Verlag ist aber etwas anderes und mehr als ein Wirtschaftsunternehmen: Seine Produkte sind auf Dauer angelegt, sie können nicht verbraucht werden. Deshalb beendet der Verlag Urs Engeler Editor seine Existenz nicht, wenn er eine Zeitlang keine neuen Bücher herstellt. Im Gegenteil: Wir gehen von einer sehr regen Phase der Produktion in eine nicht minder konzentrierte Phase der Rezeption über. Das muss bei Büchern unbedingt auch mal sein. Es sind so viele und so viele tolle Bücher erschienen, dass da noch lange nicht ausgelesen ist. Schlimmer als eine Wirtschaftskrise ist eine Welt ohne Bücher und Leser.“

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