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Ravensburger wächst bei Büchern konsequent weiter und behauptet sich insgesamt mit leichtem Umsatzwachstum / Elektronische Spiele im Visier

Heute hat die Ravensburger AG ihren Jahresabschluss 2008 vorgelegt – in Stichworten heißt das: Stabile Geschäftsentwicklung in stabilen Märkten / Ergebnis 2008 knapp unter Vorjahr (aber mit über 8 % Rendite) / Finanzierungsprobleme des Handels und Währungseffekte dämpfen Umsatzentwicklung.

Übersetzt in die Langfassung heißt das: „In einem wirtschaftlich schweren Umfeld erzielte die Ravensburger Unternehmensgruppe im Jahr 2008 ein leichtes Wachstum von 0,7 % (wechselkursbereinigt 1,5 %) auf einen konsolidierten Umsatz von 287,8 Mio. Euro. Sämtliche Geschäftsbereiche des Unternehmens legten leicht zu. Finanzierungsprobleme des Handels und Währungseffekte dämpften jedoch die Umsatzentwicklung.“

Wie das Unternehmen weiter bekannt gab, lag der Jahresüberschuss nach Steuern um 1,5 Mio. Euro unter dem Vorjahr und belief sich auf 24,3 Mio. Euro. Dies entspricht einer Umsatzrendite von 8,4 % (um die das Haus sicherlich von anderen beneidet wird).

Negative Währungseffekte und stark gestiegene Einkaufspreise, die nicht voll an die Konsumenten weitergegeben wurden, belasteten allerdings das Ergebnis. Positiv verlief dagegen vor allem das Geschäft mit Spielen in Deutschland: Die Gesellschaftsspiele und die Auszeichnung „Kinderspiel des Jahres 2008“ brachten deutlich höhere Verkaufszahlen.

Künftig zielt Ravensburger auch auf die elektronische Spielesparte: Der Spielehersteller gründete vor sechs Wochen das Startup-Unternehmen Ravensburger Digital GmbH in München, das Onlinespiele und Spiele für Konsolen und Handys anbieten wird.

Vorstandssprecher Karsten Schmidt kommentierte heute auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart das vergangene Geschäftsjahr: „Trotz der angespannten Wirtschaftslage bleibt die Nachfrage nach Spielen, Puzzles und Kinder- und Jugendbüchern im Wesentlichen stabil. Dennoch geht diese Situation nicht spurlos an uns vorbei: Wichtige Handelspartner mussten schließen oder konnten aufgrund unzureichender Delkredere-versicherungen nicht mehr voll beliefert werden. Zudem ordert der Handel vorsichtig und baut Bestände ab.“

Der Jahresüberschuss von 24,3 Mio. Euro lag (bedingt durch gestiegene Einkaufspreise und sonstige Mehraufwendungen) knapp unter Vorjahr. „Allerdings zeigt das operative Geschäft diese negative Entwicklung noch prägnanter“, erläuterte Finanzvorstand Jörg-Viggo Müller: „Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ging um 6,4 Mio. Euro auf 33,6 Mio. Euro deutlich zurück. Geholfen hat uns vor allem die Unternehmenssteuerreform im letzten Jahr mit einer wesentlich reduzierten Steuerlast.“

Die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr sind aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise zweigeteilt: In Deutschland rechnet das Management mit einer stabilen Entwicklung, im Ausland mit eher rückläufigen Umsätzen.

Der Kinder- und Jugendbuchmarkt, der 2007 durch Bestseller geprägt war, ging 2008 in Deutschland um 4,0 % zurück. Währenddessen erhöhte Ravensburger seinen Umsatz mit Kinder- und Jugendbüchern um 1,7 % auf 51,1 Mio. Euro. Damit ist der Geschäftsbereich sieben Jahre in Folge gewachsen. Zweistelligen Zuwachs erzielten die Kinder- und Jugendromane und die Ravensburger Taschenbücher. Überdurchschnittlich wuchs auch das Bilderbuchprogramm, die Kindersachbücher büßten dagegen deutlich an Umsatz ein.

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