Offener Brief der Gault Millau-Programmleitung an die Winzer.
Die in einschlägigen Foren entbrannte Debatte nach einem auf WELT online (www.welt.de/lifestyle/article4039349) erschienen Artikel über die Erhebung einer Gebühr von 195 Euro vom Gault Millau-Verlag Christian an teilnehmende Winzer hat sich im Lauf des Tages relativiert.
Bis jetzt haben sich 19 von mehreren hundert Winzern dagegen ausgesprochen und ihre weitere Teilnahme an den Verkostungen abgelehnt. Pressesprecherin Kerstin März: „Der Beitrag ist freiwillig und die Winzer bekommen als Gegenleistung ein Marketingpaket, das ihnen die Nutzung und Wiedergabe des Gault Millau-Logos für ihre Aktivitäten gestattet.“
März betont, dass die Zahlung dieser Nutzungsgebühr vollkommen unabhängig sei von den Bewertungen der Verkostungen: „Die Tester wissen garantiert nicht, wer diese Nutzungsgebühr bezahlt hat und wer nicht.“ In einem heute an die Winzer versendeten Offenen Brief (s.u.) wurde das von Gault Millau -Programmleiter Clemens Hahn ausdrücklich geklärt. Von einem Grossteil der Winzer werde das Anliegen positiv aufgenommen, so Kerstin März.
Offener Brief von Clemens Hahn, Programmleiter GAULT MILLAU
München, 04. Juli 2009
Anrede,
den auch von Ihnen unterzeichneten Offenen Brief vom 1. Juli habe ich mit Interesse, aber auch großer Überraschung gelesen, weil ich die dahinter stehende Motivation zunächst nicht recht verstand. Nachdem sich einige der Unterzeichner über die Medien nochmals zu Wort gemeldet haben und ich eine Reihe von Gesprächen mit Winzern führen konnte, wird mir nun manches klarer.
Offensichtlich bot mein Schreiben vom 8. Juni in einem Punkt „Interpretationsspielraum“ und wurde von Ihnen so verstanden, dass die Aufnahme von Betrieben und deren Bewertung im GAULT MILLAU WeinGuide von der Buchung des angebotenen Marketing-Pakets abhingen.
Lassen Sie mich bitte klarstellen: Dem ist selbstverständlich nicht so! Die Aufnahme von Weingütern und deren Bewertung im GAULT MILLAU WeinGuide ist völlig unabhängig von der Buchung des offerierten Marketingpakets. Die Redaktion des GAULT MILLAU WeinGuide ist gänzlich frei in der Auswahl und Bewertung der Weingüter und der vorgestellten Weine. Es ist sogar sichergestellt, dass die Redaktion nicht einmal erfährt, welcher Betrieb das Marketingpaket bestellt hat und welcher nicht.
Die saubere Trennung von Redaktion auf der einen Seite und Vertriebs- und Anzeigengeschäft auf der anderen gehört für den Christian Verlag zu den journalistischen und verlegerischen Prinzipien. Das war für mich so selbstverständlich, dass ich es leichtsinnigerweise unterlassen habe, in meinem Brief ausdrücklich darauf hinzuweisen und von einem „freiwilligen Beitrag“ schrieb. Bitte verzeihen Sie diese mangelnde Präzision!
Jedenfalls habe ich mich sehr über die am Ende Ihres Briefes zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung für den WeinGuide gefreut, wo Sie von „vielen positiven Beiträgen zum Marketing deutscher Weine im In- und Ausland“ sprachen. Ich hoffe zugleich, dass mit dieser Klarstellung einer weiteren gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem GAULT MILLAU WeinGuide nichts im Wege steht.
Sollten Sie noch weiteren Gesprächs- oder Erläuterungsbedarf sehen, so zögern Sie bitte nicht, mich anzusprechen.
Mit den allerbesten Grüßen aus München
Christian Verlag GmbH
Ihr Clemens Hahn
Programmleiter | Publishing Director | GAULT MILLAU






