
Mit der szenischen Uraufführung des Langpoems Fredy Neptune von Les Murray endete am Wochenende das diesjährige Poesiefestival der Literaturwerkstatt Berlin. Hauptveranstaltungsort war wie im Vorjahr die Akademie der Künste.
Mehr als 8.500 Besucher erlebten in 50 Veranstaltungen unterschiedlichste poetische Strömungen und Arbeitsweisen aus der ganzen Welt, häufig in Verbindung mit anderen Medien und Künsten wie Tanz, Theater, Musik, Film und Performance. Über 140 Dichter und Künstler waren aus 23 Ländern nach Berlin gereist.
Deutlich vergrößert war in diesem Jahr das Programm für Kinder. Ein Workshop für Lehrer gab zudem Anregungen und Ideen für die Lyrikvermittlung im Unterricht. Dabei gaben im Rahmen der LesArt-Ausstellung „Poesie für Kinder“ [mehr…] u. a. der Illustrator Aljoscha Blau, der Lyriker Uwe Kolbe und der Rapper Christoph Bodenhammer alias MachOne Einblick in die Arbeit mit Lyrik.
„Poesie für Kinder“, noch bis zum 17. September zu sehen, ist nicht die einzige Ausstelllung des Festivals. Bis 21. August läuft im Instituto Cervantes „Bverso Brossa“ mit Werken von Joan Brossa, einem katalanischen Künstler visueller Poesie. Als Publikumsmagnet erwies sich auch „POESIS : Sprachspiele“ in der Akademie der Künste. Die multimediale Ausstellung zeigte Positionen internationaler Künstler wie Eduardo Kac, Yoko Ono und Simon Biggs zum Thema Sprachkunst. Die Besucher konnten beispielsweise Begriffe in Wassertropfen erkennen, mit der Stimme Buchstaben steuern oder im benachbarten Tiergarten durch ein satellitengesteuertes GehDicht wandern.
Beim traditionellen VERSschmuggel trafen in diesem Jahr Lyriker aus Polen auf ihre deutschsprachigen Kollegen, um sich gegenseitig zu übersetzen. Mit dabei waren u.a. Steffen Popp, Ilma Rakusa, Piotr Sommers, Uljana Wolf, Ulf Stolterfoth und Adam Wiedemann. Eine zweisprachige Anthologie erscheint 2010 im Verlag Das Wunderhorn. Zeitgleich wird das Buch auch in Polen publiziert werden.






