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Rolf Köhl (65)

Rolf Köhl

Rolf Köhl wird heute 65 Jahre alt.

Erst zwei Jahre ist es her, dass er seine beiden Buchhandlungen in Brühl an Thalia verkaufen musste. Zu dieser Zeit lebte Rolf Köhl schon lange mit seiner Familie in Neuruppin, im weiteren Speckgürtel von Berlin, wo er für sich und seine Familie ein Fachwerkhaus gekauft hatte und eine Versandbuchhandlung betrieb. Das operative Geschäft in den NRW-Buchhandlungen hatte er da in die Hände seiner Geschäftsführerin Karola Brockmann gelegt (die hat sich inzwischen mit einem eigenen Laden selbständig gemacht).

Mit dem Laden in Brühl, den er 1969 nach einer Buchhandelslehre in der Literarischen Anstalt J. Kohl in Bad Kreuznach und fünf „Wanderjahren“, die ihn u.a. nach Düsseldorf, Nürnberg, Berlin, St.-Peter-Ording und in die Schweiz führten, von seinem Vater übernommen hatte, legte Köhl den Grundstein für eine regionale Filialkette: 1993 kam eine Buchhandlung in einem kleinen Brühler Einkaufszentrum dazu, einen weiteren Laden eröffnete er im Erftstadter Stadtteil Liplar, wenige Jahre später eine Filiale in Zülpich, die er aber bald „wegen der schlechten Lage in der ersten Etage eines EKZ“ wieder schließen musste.

Dann kam, wie gesagt, Thalia nach Brühl und setzte sich zwischen die beiden Brühler Köhl-Filialen. „Wir hatten keine Chance“, sagt der Buchhändler heute.

Die 170 qm-Buchhandlung in Erftstadt betreibt er aber immer noch – seit Sommer letzten Jahres gibt es sogar einen weiteren 180 qm-Laden im Stadtteil Lechenich. Seitdem pendelt der bald 65-Jährige die 720 km zwischen Neuruppin und Erftstadt wöchentlich mit der Bahn. Aber nicht mehr lange: Demnächst will der Buchhändler seinen Lebensmittelpunkt wieder nach NRW verlegen – sobald er einen Käufer für sein Haus gefunden hat.
CoCa

Auch Andreas Meier (AG Marketing G,bH, Bergisch Gladbach) gratuliert dem Jubilar zum runden Geburtstag:

Wir haben uns Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts kennen gelernt. Rolf Köhl war damals einer der Protagonisten der ARDEG und im Börsenverein und Landesverband NRW aktiv. Er war einer jener prominenten Branchenteilnehmer, zu denen ich als junger Buchhändler, der sich gerade selbständig gemacht hatte, bewundernd aufsah.

Sehr gefreut habe ich mich, als er die buchhändlerische Nachbarschaft pflegte, und zur Eröffnung meiner Buchhandlung auf die andere Rheinseite kam und gratulierte.

Näher kamen wir uns dann bei einer der legendären ARDEG-Reisen, es war wohl auf der Fähre von Kiel nach Oslo. Schnell waren wir beim freundschaftlich-kollegialen „Du“ angekommen, wobei Rolf als jemand, der große Stücke auf ausgezeichnete Umgangsformen legt, wert auf die Feststellung legte, dass es ihm als dem Älteren zustehe, diesen Schritt zu tun – ich war da wohl etwas vorgeprescht.

Seinen 40. Geburtstag feierten wir 1984 zusammen mit vielen Freunden und Kollegen aus der Branche. Rolf hatte ins Kölner „Theater am Bauturm“ an der Aachener Straße eingeladen; wir sahen eine Vorstellung von Süskinds „Kontrabass“ – anschließend fielen alle zusammen ins Brauhaus Sion ein – unvergesslich.

Intensiver wurde unsere Zusammenarbeit und Freundschaft dann, als wir beide Gründungsmitglieder der AG Marketing wurden – in diesem Zusammenhang standen und stehen wir bis heute in einem regen Austausch.

Bei allen geschäftlichen und privaten Höhen und Tiefen hat Rolf immer die Ruhe und Übersicht gewahrt und nie seinen rheinischen Humor und Optimismus verloren, mit denen er seine Mitmenschen schnell für sich gewinnt. Rolf Köhl ist ein Buchhändler alter Schule, hat viel Hintergrundwissen und verfügt über blendende Kontakte in unserer Branche.
Rolf ist in mancher Hinsicht und im besten Sinne old-fashioned, und seine engeren Kollegen und Freunde mögen ihn nicht zuletzt wegen einiger liebenswerter Skurillitäten, aber die bleiben natürlich unter uns. Seine Email-Kultur ist nicht sehr ausgeprägt, und ich bin nicht besonders sicher, ob ihn dieser Online-Glückwunsch überhaupt erreicht, wahrscheinlich druckt ihn jemand aus und faxt ihm den Text.

Ohne das Thema „Eisenbahn“ kommen wir heute natürlich nicht aus: Rolf kennt das Kursbuch der DB auswendig, bestreitet alle notwendigen Reisen mit der Bahn – ich glaube, er hat zurzeit gar kein Auto, aber das weiß ich nicht so genau. Unvergessen in diesem Zusammenhang natürlich die einwöchige Buchhändlerreise durch die Schweiz mit der Rhätischen Bahn im Jahre 1987, da war er ganz in seinem Element.

Und viel gelernt habe ich auch von ihm, Fachliches, als jüngerer Kollege zumal, aber auch praktische Lebensweisheiten, z.B. dass man mit gewissen schönen, englischen Autos nicht „fährt, sondern gleitet“ und – ganz wichtig – dass man zu Geburtstagen das Geburtstagskind niemals anruft – sondern ihm immer nur schreibt.
Herzlichste Glückwünsche, lieber Rolf, ad multos annos.

Kontakt: info@koehl-buecher.de

{Möchten auch Sie jemandem aus Ihrer Buchhandlung/Ihrem Verlag zum „Runden Geburtstag“ gratulieren? Dann mailen Sie uns einen kleinen Text und ein Foto des Jubilars/der Jubilarin: redaktion@buchmarkt.de, Stichwort: Runde Geburtstage

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