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Gault Millau WeinGuide bemüht sich um Schadensbegrenzung

Am Samstag haben sich der Gault Millau WeinGuide Chefredakteur Joel Payne, Christian-Programmleiter Clemens Hahn und der Winzer Reinhard Löwenstein zu einer Aussprache zusammengefunden.Alle Positionen und zu diskutierenden Punkte bezüglich der Debatte wurden um den Gault Millau WeinGuide [mehr…]angesprochen. Lesen Sie die Gesprächsnotiz vom Christian Verlag.

Gesprächsnotiz
Am 18. Juli haben sich Reinhard Löwenstein als Vertreter der Unterzeichner des Offenen Briefes sowie Joel Payne (Chefredakteur GAULT MILLAU WeinGuide) und Clemens Hahn (Programmleiter im Christian Verlag) zu einer Aussprache zusammengefunden. In einer sehr offenen Gesprächsatmosphäre kamen all’ die Themen zur Sprache, die beiden Seiten unter den Nägeln brennen:
1. Kommunikation und Medien
Der Vertreter der Winzer bedauert, dass einige Äußerungen durch Pressevertreter in der Öffentlichkeit so interpretiert wurden, als sei der GaultMillau WeinGuide (GMW) bestechlich und der Weinjournalismus in Deutschland käuflich. Er distanziert sich ausdrücklich von dem Vorwurf, man müsse für gute Bewertungen im GMW zahlen.
Der Verlag und die Chefredaktion bedauern einige öffentliche verbale Entgleisungen von GaultMillau-Verkostern.

2. Verkostungen und Bewertungen
Die Chefredaktion stellt sicher, dass Verkostungen nicht mehr in Weingütern stattfinden und dass bei Verkostungen keine Winzer anwesend sind. Herr Diel nimmt an keinen Verkostungen mehr teil und hat nach seinem Rücktritt als Chefredakteur keinen Einfluss mehr auf den Inhalt des GMW. Mehr Transparenz wird auch bei der Vergabe von „Trauben“ geschaffen. Differenziertere Beschreibungen der Arbeit der einzelnen Weingüter stehen ohnehin auf der Agenda der Chefredaktion. Allerdings wird das – allein schon der
recht weit fortgeschrittenen Arbeit am GMW 2010 wegen – nur schrittweise realisiert werden können; insbesondere verbale Beschreibungen einzelner Weine werden in der kommenden Ausgabe des GMW noch nicht umzusetzen sein.
Zunächst strittig bleibt die Bewertung der Betriebe mit einer bestimmten Anzahl an Trauben.
Viele Winzer sind der Auffassung, dass ein Kulturgut wie Wein – ähnlich wie Literatur oder bildende Kunst – nicht mit Schulnoten bewertet werden kann. Abgesehen davon, dass Verlag und Chefredaktion eine solche Struktur als Wegweisung für den Leser notwendig erachten, machten sie deutlich, dass dies zum Kern der internationalen Marke GAULT MILLAU gehört und nicht einseitig ohne Abstimmung mit dem französischen Markeninhaber und
Lizenzgeber verändert werden kann. Sie erklären sich aber ausdrücklich bereit, über die Kriterien für die Vergabe von Trauben in eine ergebnisoffene Diskussion einzutreten.

3. Teilnahmegebühr und Marketingpaket
Der Verlag erklärt noch einmal ausdrücklich, dass die Entrichtung der „Teilnahmegebühr“ und die damit verbundene Buchung des „Marketingpaketes“ absolut freiwillig sind und keinerlei Einfluss auf die Bewertung eines Weingutes und seiner Weine im GMW haben. Er bedauert, dass das entsprechende Angebot unpräzise formuliert wurde. Er sieht sich zwar außer Stande, dieses Angebot für den GMW 2010 zurückzuziehen, wird aber im kommenden Jahr ein neues Angebot unterbreiten, welches er im Vorfeld mit den Winzern abstimmen wird.

4. Fortsetzung des Dialogs
Alle Beteiligten sind sich einig, dass ein solches erstes Gespräch nicht die Lösung aller strittigen Fragen bringen konnte und fortgesetzt werden sollte. Neben Folgetreffen bietet der Verlag als Forum hierfür auch die Website des GaultMillau (nach deren Überarbeitung im Herbst) sowie die Buchausgabe selbst an, wo z.B. das Pro und Contra von Bewertungskriterien diskutiert werden könnten.

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