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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Googles „Operation Parasitenverlag“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Nachrufe auf einen großen des Theaters in allen Blättern: Peter Zadek ist gestern mit 83 Jahren gestorben.

Frankfurter Rundschau

Hans-Jürgen Linke rezensiert Juluis H. SchoepsDas Erbe der Mendelssohns. Biographie einer Familie (S. Fischer).

Tilman Rammstedt wird Stipendiat in Prag. Warum eigentlich nicht in Peking?

Das Nibelungenlied wird Unesco-Weltdokumentenerbe – die drei wichtigsten vollständigen Handschriften der Dichtung werden gelistet. Sie liegen in Karlsruhe, München und St. Gallen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Streit zwischen Lübeck und München über den Thomas-Mann-Preis ist beigelegt, jetzt werden sogar die Preisgelder zusammengelegt.

Matthias Schöning hat eine Studie über die Kriegsromane vor 1933 geschrieben. Veröffentlicht wurde die Versprengte Gemeinschaft. Kriegsroman und intellektuelle Mobilmachung in Deutschland 1914-1933 bei Vandenhoeck & Ruprecht.

Um drei Frauenschicksale geht es in Penelope Livelys neuem Roman Wechselspiele (C. Bertelsmann).

Annotationen
Harry Crews] Nackig in Garden Hills (Mox & Maritz Verlag) und Washington Irving Sleepy Hollow und andere unheimliche Geschichten (Insel).

Google will nur unser Bestes: Geld. „Beim umstrittenen Buchsuche-Projekt redet man endlich Klartext und täuscht nicht länger Visionen vor“, schreibt Oliver Jungen über Googles Pläne, nachzulesen online unter http://www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~E3C8226A47A294A7387FFC50208AD4461~ATpl~Ecommon~Scontent.html,“Operation Parasitenverlag“). In München war er beim „Round Table Buchsuche“ dabei, und da hat Google die Katze aus dem Sack gelassen: Ende des Jahres sollen Google-Partnerverlage, auch deutsche, vergriffene Bücher neu bei Google auflegen können: „Damit ist klar, wohin die Reise geht: Google strebt an, über den Schleichweg ‚Online-Zugang’ zu weltgrößten Buchhändler zu werden, zugespitzt formuliert: in naher E-Book-Zukunft den gesamten Handel und in etwas fernerer Zukunft wohl auch die Verlage zu ersetzen.“

Die Welt

Was in anderen Blättern nur als Kurznachricht daherkommt: die Welt hat den Feuilleton-Aufmacher daraus gemacht: Das Nibelungenlied als Weltkulturerbe. Dazu gibt es ein Interview von John von Düffel über die Aktualität der Nibelungen.

„Unterschiede in den Neuausgabe von Duden und Wahrig zeigen: Die Rechtschreibreform ist gescheitert“. Dafür war sie wenigstens schön teuer. Übrigens: Duden und Wahrig erscheinen ja quasi unter einem Dach: Der neue Herr bei BI (Dudenverlag) ist Cornelsen, der mit Bertelsmann auch den Wahrig rausgibt. Prima Koordination!

Süddeutsche Zeitung

„Was wäre Faust ohne Mephisto?“: Roswitha Budeus-Budde interviewt Autor und Illustrator Helme Heine über Kinderbücher, Gut und Böse und die Verfilmung (Mullewapp) seiner Freunde-Bücher. Sein neuestes Buch Herr Pfarrer und sein Teufel – Gespräche über Gott und die Welt ist bei Sanssouci erschienen.

Daniel Pennac erzählt in seinem neuen Buch Schulkummer über die Leiden und Qualen von „Cancres“ (schlechte Schüler) – und weiß auch, was dagegen hilft. Alex Rühle nennt den bei KiWi veröffentlichten Roman „schön“.

Der Insel Verlag bringt eine Neuausgabe von Hero und Leander, das Kurzepos des griechischen Dichters Musaios. Marion Giebel übersetzt aus dem altgriechischen neu und ist Herausgeberin. Johan Schloemann findet, die kunstvolle Sprache des Originals sei in der deutschen Übersetzung abgestreift, was den Vorzug habe, dass man schnell erfasse, wie Musaios im Vergleich zu späteren Ausschmückungen den Plot eigentlich eher einfach halte.

Popkulturjournalist Max Dax, seit 2006 Chefredakteur von Spex, veröffentlicht mit Dreißig Gespräche einen ganzen Band mit Interviews mit Vertretern der Popmusik und Gegenwartskultur bei Suhrkamp. Dax befragte z.B. Iggy Pop, Johnny Marr, David Bowie, Roger Water, Bernard Sumner oder Herbie Hancock. Jens-Christian Rabe gefällt das Buch: „Nötig, nur leider etwas fahrig“.

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