Home > Veranstaltungen > Berlin: Schöffling lockte Literaturbegeisterte zum Wannsee

Berlin: Schöffling lockte Literaturbegeisterte zum Wannsee

Klaus Schöffling, Ida Schöffling und Inka Parei (v.l.)

Auch wenn der Wetterbericht anders geklungen hatte, strahlte die Sonne beim traditionellen Sommerfest im Literarischen Colloquium Berlin (LCB) am Wannsee. „Das Wetter hat eine schlechte Presse“, vermutete Ulrich Janetzki, der Leiter des LCB. Gastgeber des Festes war in diesem Jahr der Frankfurter Schöffling Verlag.

Schon nachmittags kamen die ersten Gäste zum Wannsee um der Eröffnungsrede von Klaus Schöffling zu lauschen. Im Laufe seiner 15-jährigen Verlagsgeschichte habe er schon viele Autoren verlegt, die an der Autorenwerkstatt Prosa des LCB teilgenommen haben, erzählte Schöffling und kündigte für das kommende Frühjahr Neuerscheinungen von zwei weiteren Berliner Autorinnen an: das Debüt von Nadja Küchenmeister und einen neuen Roman von Tanja Dückers.

„Wir werden weitermachen“, betonte Schöffling in Anspielung auf den Rückzug des Ammann Verlags. Schöffling bleibe ein literarischen Verlag, der für seine Autoren arbeitet und für den die Autoren und ihre Werke im Mittelpunkt stehen. Abgefedert werde das anspruchsvolle literarische Programm durch die Kalenderproduktion.

„Im Mittelpunkt die Autoren“, die Verlagsmaxime gab auch das Motto des Festes vor. Zu Beginn des Lesungsprogramms begeisterte Burkhard Spinnen das Publikum mit einem Auszug aus „Müller hoch Drei“, dem im Halbstundentakt Auftritte von Juli Zeh, Inka Parei, Markus Orths, Mirko Bonné, Arne Roß, Franziska Gerstenberg, Jana Scheerer und Patrick Hofmann folgen sollten.

Ror Wolf, dessen Bücher und Arbeiten als Gesamtausgabe bei Schöffling erscheinen, konnte zwar aus gesundheitlichen Gründen nicht an dem Fest teilnehmen, doch um die RWW, die Ror Wolf Werke, dennoch zu würdigen, hatte sich der Verlag etwas besonders einfallen lassen. In einem Ror Wolf Zimmer gab es nicht nur eine Fotoausstellung, sondern man konnte auch einen Blick in Musterbände werfen (ET Oktober).

Vom vielseitigen Verlagsprogramm konnten sich die Besucher, darunter Buchhändler, Agenten, Verleger und Autoren, am Büchertisch von Schleichers Buchhandlung überzeugen. Der Tisch war stets umlagert, es war, als halte sich jeder an die mahnenden Worte von Klaus Schöffling: „Nur der Buchkauf adelt die Anwesenheit bei einer Autorenlesung.“

Besonders eng wurde es am Büchertisch, als dann doch noch dunkle Wolken aufzogen und sich die Besucher vor dem Regen ins Haus flüchteten. Doch schon bald riss die Wolkendecke wieder auf. Ror Wolfs Gedicht von der Einladungskarte bewahrheitete sich auch in diesem Jahr nicht: es schneit, dann fällt der regen nieder,/dann schneit es, regnet es und schneit,/dann regnet es die ganze zeit,/es regnet und dann schneit es wieder.

www.schoeffling.de

ML

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert