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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und Jeff Bezos entschuldigt sich für die „Orwell-Pleite“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Thema Klimawandel: Rudolf Walther hat sich Das Ende der Welt, wie wir sie kannten von Claus Leggewie und Harald Welzer (S. Fischer) angesehen.

Annotationen
Mikael Engström Ihr kriegt mich nicht! (Hanser) und Sabine Ernst Der Krieger (Pendragon).

Sergej Dowlatow war ein Säufer und Frauenheld, ein sowjetischer Zyniker, ein großartiger Autor“: Kein Geringerer als Joseph Brodsky unterstützte ihn, der 1978 ins Exil nach New York ging, wo er 1990 starb. Jetzt gibt es gleich zwei Bücher von ihm: Der Koffer (DuMont) und Der Kompromiss (Pano).

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Florian Borchmeyer rezensiert Lucía Puenzos Das Fischkind (Wagenbach).

Jeff Bezos hat sich jetzt zum zweiten Mal dafür entschuldigt, dass Amazon zwei Orwell-Bücher auf den Kundengeräten gelöscht hat [mehr…] – freilich hat er damit auch gezeigt, an wessen Tropf man als Leser hängt, wenn man Kindle-Leser ist… Jetzt kriegt man eine andere (legale) Version der Bücher nebst seinen persönlichen Anmerkungen aufs Gerät oder einen Scheck über 30 Dollar.

Die Welt

In Lübecker Buddenbrookhaus gibt es eine Ausstellung zu Golo Mann – für uns sonst weiter nichts.

Süddeutsche Zeitung

„Kalte, frühe Morgenstunde“: Der Münchner Fotograf Christopher Thomas hat kurz vor und im Morgengrauen New York fotografiert, die Stadt, deren Bewohner angeblich niemals schlafen. New York Sleeps ist bei Prestel erschienen, David Steinitz rezensiert.

Gustav Seibt bespricht Thomas Glavinics Roman Das Leben der Wünsche (Carl Hanser) und meint, „die Durchführung sei von beachtlichem Einfallsreichtum und nicht ohne atmosphärische Kraft, aber die „sonderbar gestelzt natürlich sein sollenden Dialoge“ gefallen ihm nicht.

Umberto Eco hat verstreute Bekenntnisse und Offenbarungen eines Bibliophilen aus seinen Vorträgen, Aufsätzen und Einführungen in Die Kunst des Bücherliebens versammelt (Carl Hanser). Volker Breidecker hat es gefallen.

Lothar Müller hat Severin Perrigs Stimmen, Slams und Schachtel-Bücher. Eine Geschichte des Vorlesens. Von den Rhapsoden bis zum Hörbuch (Aisthesis) gelesen und findet, dem Literaturwissenschaftler und Ethnologe sei eine überaus kenntnisreiche kommentierte Anthologie gelungen.

Zu Axel Honneths 60. Geburtstag ist bei Suhrkamp die Festschrift Sozialphilosophie und Kritik erschienen, herausgegeben u.a. von Rainer Forst. Thomas Meyer schreibt über den Beitrag des amerikanischen Philosophen Michael Walzer, der in Gesellschaftskritik und Gesellschaftstheorie die moralische Urteilskraft anklagt.

Der schottische Bestsellerautor Philip Kerr hat die mit 125.000 Euro höchstdotierte Krimi-Auszeichnung, den RBA-Preis, für sein Buch If the Dead Rise Not (Quercus) gewonnen. Der RBA-Preis ist vor drei Jahren vom gleichnamigen spanischen Verlag ins Leben gerufen worden.

Auch hier geht es heute mit Google weiter: Die Eu-Kommission hat am Montag Gespräche über die Digitalisierung von Büchern mit Google geführt. Ziel sei ein europäisches Konzept.

Zwei wertvolle Bücher der Familie Fugger-Babenhausen sind jetzt im Besitz des Freistaates Bayern, die Handschrift Das Ehrenbuch der Fugger und ein kolorierten Druck mit Bildnissen und Beschreibungen der Familie Fugger von 1610.

Neue Zürcher Zeitung

Sibylle Bergs Der Mann schläft sei ein elegischer Roman zweier Liebenden, so Roman Bucheli und titelt „Das Zen der Müdigkeit“. „Sibylle Bergs Roman kokettiert auf vielfältige Weise mit einem gepflegten Lebensüberdruss; aber das bildet lediglich die Staffage dieser Reise in die Einsamkeit.“

„Faszination und Schauder“ titelt Beatrice Eichmann-Leutenegger über Margrit Schribers Roman Die hässlichste Frau der Welt aus dem Verlag Nagel & Kimche. „Um die handlungsarmen Räume erzählerisch zu füllen, gibt Margrit Schriber dafür einem Hang zur Dekoration nach. Sie staffiert mit Lust aus – und dies immer wieder von neuem, so dass sich der Effekt abnützt. Wahrscheinlich hätte sich diese Gefahr bannen lassen, wenn sie den Stoff nicht als Roman, sondern als geraffte Erzählung präsentiert hätte.“

Um „Fahrzeuge, kleine und grosse“ geht es in Peter Hesslers witziges chinesisches Autobuch Über Land aus dem Berlin-Verlag. „Peter Hesslers Buch besticht durch Sachkenntnis und den obligaten angloamerikanischen Humor.“

Unter „Die helle Sicht des Alters“ geht es um Letzte Gedichte von Michael Hamburger, die unter dem gleichnamigen Titel beim Folio-Verlag erschienen sind. „Ergänzend zu Hamburgers letzten Gedichten erscheint im Vertrieb des Folio-Verlags der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm «Michael Hamburger. Ein englischer Dichter aus Deutschland» von Frank Wierke, der in wunderbarer poetischer Unaufgeregtheit den alternden Dichter in seinem Leben und seiner Arbeit mit dem Lauf der Jahreszeiten begleitet.“

In Kürze wird besprochen unter:
> Neues vom Abbé Galiani: Ferdinando Galiani, Nachrichten vom Vesuv. Briefe, Blitze, Lästereien, Galiani-Verlag „Man kann die Briefe und Notate des 1728 in Chieti geborenen und 1787 in Neapel verstorbenen Abbé Galiani aufschlagen, wo man will – meist findet man etwas Bedenkens- oder Zitierenswertes.“
> „Spuren deuten“: Spuren erzeugen. Zeichnen und Schreiben als Verfahren der Selbstaufzeichnung, herausgegeben von Barbara Wittmann, Diaphanes-Verlag „Der Band widmet sich der Frage, ob von Menschenhand hervorgebrachte grafische Zeichen seelische Fingerabdrücke ergeben, die sich wissenschaftlich oder künstlerisch aufschlüsseln lassen.“
> „Müssiggang?“: Gisela Dischner, Wörterbuch des Müssiggängers, Aisthesis-Verlag, „Man wünscht der Autorin, die sich in der Hängematte liegend in das Buch eingebracht hat, weiterhin gute Gesundheit.“

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