
Am 3. September trafen sich bei Prestel über 60 Junge Verlagsmenschen aus München zur vierten Veranstaltung. Das Motto „Bücher ohne Buch. Ebook, Internet und Co.“ stieß auf viel Interesse, ein Beweis dafür, dass das Thema nicht nur in der Branchenpresse präsent ist, sondern auch den Nachwuchs sehr beschäftigt.
Gleich zu Beginn reichten Sibylle Bauschinger (Leitung Kooperation und Social Media) und Albrecht Mangler (Projektleitung Online) von Newbookbiz, einem „Think Tank“ zum Thema Digitalisierung und Lesen, zwei Ebook-Lesegeräte zum Ansehen und Ausprobieren, um einmal selbst beurteilen zu können, was die Buchbranche gerade so beschäftigt.
Sybille Bauchinger machte dann auch gleich klar, dass ihrer Meinung nach das Buch in seiner „physischen“ Form erhalten bleiben werde, dass sich aber durch das Ebook und auch das Internet neue Möglichkeiten ergäben, die es abzuwägen gelte. Einer der größten Vorteile des digitalen Textes sei, dass er verlinkbar sei. Sofern das entsprechende Lesegerät onlinefähig ist, können während des Lesens Wortdefinitionen oder Referenzwerke aufgerufen werden. Die Abhängigkeit von der Technik rief allerdings auch Skepsis hervor. Und auch in der Diskussion wurde klar, dass es viele Punkte gibt, die kritisch betrachtet werden müssen.
Beispielsweise bleibt immer noch zu klären, auf welchem Vertriebskanal sich Ebooks am besten verkaufen lassen werden – eigener Online-Shop, Amazon, Zwischenhändler wie ciando.de oder stationärer Buchhandel? Während die einen meinten, dass es nicht die Aufgabe des stationären Buchhandels sei, die elektronischen Publikationen zu vertreiben, warnten die anderen davor, den Buchhandel komplett auszuschließen. Ebenso beschäftigte die Frage nach dem Preis der Ebooks im Verhältnis zum gedruckten Buch, und welches Dateiformat und Lesegerät (Reader, Handy, Laptop) sich letztendlich durchsetzten wird. Auch das Thema Digital Rights Management wurde sehr kontrovers diskutiert. Fraglich ist, ob man sich hier an dem Beispiel der Musikindustrie orientieren sollte und auf Schutzmechanismen verzichtet.
Es ist allerdings nicht nur das Ebook, das die Arbeit der Verlage verändert, sondern auch grundsätzlich die Möglichkeit, durch das Internet viel schneller und direkter mit den Lesern zu kommunizieren. Albrecht Mangler berichtete am Beispiel der Internetplattform www.bilandia.de, die unter anderem auch von NewBookBiz betreut wird, wie sich beispielsweise Facebook und Twitter dazu nutzen lassen, Leser zu gewinnen und an sich zu binden.
Am Schluss bleibt kann man nur abzuwarten. In Deutschland wird es nach der Prognose von Sibylle Bauschinger wohl noch circa. zwei Jahre dauern, bis die Ebook-Lesegeräte um die 100 Euro kosten und somit für viele Leser tatsächlich erschwinglich sein werden. Dann wird sich zeigen, wie die Leser tatsächlich mit dem Produkt Ebook umgehen.