
Romahn, Frank Wöllstein und Juergen Boos (v.l.)
In einer Pressekonferenz im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt wurde heute das umfangreiche und vielschichtige Rahmenprogramm „China zu Gast in Frankfurt“ präsentiert.
Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts, begrüßte die Gäste und wies auf die Filmreihe Fokus: China des Ehrengastes, die im Filmmuseum bereits am 18. September eröffnet wurde, hin. Hier werden 19 Filme von 1922 bis zur Gegenwart vorgestellt.
Prof. Dr. Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, machte darauf aufmerksam, dass etwa 100 Veranstaltungen in der Stadt den Reichtum der chinesischen Kunst und Kultur zeigen werden. In diesem Spektrum wird auch Raum für Diskussionen und Auseinandersetzungen sein.
Alle Kunstgattungen sind dabei vertreten, der Bogen spannt sich von Ausstellungen zur Architektur über Musik bis hin zu Lesungen. Konfrontationen der Ansichten werden nicht ausbleiben, sie sollten produktiv genutzt werden. Felix Semmelroth betonte: „Wir sind gerne Gastgeber“.
Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, schätzte, dass über 500 Veranstaltungen allein auf dem Messegelände stattfinden werden. Das gedruckte Programm soll am 1. Oktober vorliegen. Chinas vielschichtige Kultur ist in Bewegung, mit der Teilnahme des Landes als Ehrengast der diesjährigen Buchmesse geht China einen Schritt hin zur Öffnung und leitet einen Dialog ein. „Auf den Veranstaltungen der Messe erwarten wir einen kritischen Diskurs“, ist sich Juergen Boos sicher.
Carolina Romahn, Leiterin des Kulturamtes, stellte einzelne Veranstaltungen kurz vor. Unter den elf Ausstellungen ist vom 24. September bis zum 3. Januar 2010 in der Schirn Kunsthalle unter dem Thema „Kunst für Millionen – 100 Skulpturen der Mao-Zeit“ erstmals in Europa die spektakuläre Skulpturengruppe „Hof für die Pachteinnahme“ zu sehen. Mehr als 100 lebensgroße Figuren, geschaffen 1965 von Lehrern und Absolventen der Kunstakademie Sichuan, gelten als Musterbeispiele der ein Jahr später eingeleiteten Kulturrevolution.
Im Haus am Dom beschäftigt sich die Exposition “Daheim auf 2 qm – Vom Leben im Käfig“, zu sehen vom 15. Oktober bis zum 7. November mit den äußerst beengten Lebensverhältnissen von über 100.000 Menschen in Hongkong.
Unter den vier Musikveranstaltungen wird das Ensemble Modern am 10. Oktober in der Alten Oper das Konzert „into Pearl River Delta“ uraufführen.
Chinesische Kirchen- und Volkslieder sind am 14. Oktober um 12 Uhr an der Alten Nikolaikirche auf dem Römerberg zu hören; die Carilloneurin Yuko Tajima wird das aus 47 Glocken bestehende Spiel dazu erklingen lassen.
Neben der Filmreihe „Fokus: China“ werden im Programm-Kino orfeos Erben drei Filme, die sich mit gegenwärtigen Problemen der Menschen in der mongolischen Steppe, in chinesischen Dörfern und in der Metropole Beijing auseinandersetzen, gezeigt. Den Vorführungen schließen sich Gespräche an. Ein Film über einen tibetischen Mönch mit einer vorangehenden Lesung ist außerdem im Filmforum Höchst zu sehen.
Vier Lesungen gibt es vor und zum Beginn der Buchmesse. So stellt Ingeborg Kaestner, Vorsitzende LiBeraturpreis e.V., am 24. September im Haus am Dom die Geschichte dieser Auszeichnung vor und spricht mit Fatou Diome aus dem Senegal, Preisträgerin 2005.
„Zum Glück nach Shanghai“ heißt die Veranstaltung am 26. September in der Romanfabrik. Die bekannte chinesische Autorin Anyi Wang liest und wird musikalisch von Frank Wolff, und Fan Li begleitet. Die Sprecherinnen Huili Zhou und Xueqing Wu gestalten den Abend mit.
In der Fabrik stellt Guo Xiaolu ihr neuestes Buch Ein UFO, dachte sie, erschienen im Knaus Verlag, am 28. September vor.
In der Deutschen Nationalbibliothek moderiert Michel Friedman am Messe-Dienstag, 13. Oktober, die Lesung zur Neuerscheinung von Hong Yings Paris des Ostens, erschienen im Aufbau Verlag.
Neu sind die Veranstaltungen der Buchmesse unter dem Titel OPEN BOOKS im Frankfurter Kunstverein. Dazu ist am 28. September noch eine spezielle Pressekonferenz angekündigt.
Wieder dabei ist der LiteraturBahnhof, hier finden vom 14. bis zum 18. Oktober insgesamt 22 Stunden Literatur mit 27 Autoren statt. Veranstalter ist Kultur & Bahn e.V. in Zusammenarbeit mit den Verlagen.
Acht Konferenzen und Vorträge komplettieren das Programm der Stadt, an dem sich etwa 30 Kultureinrichtungen beteiligen.
Ein umfangreiches Programm hat der auch der Ehrengast China zusammengestellt. Etwa 1000 Gäste aus China werden zur Messe erwartet, darunter 25 Schriftsteller, die auf 50 Veranstaltungen auftreten werden. Frank Wöllstein, Sprecher des Ehrengastlandes China, umriss das Ehrengastprogramm, das etwa 60 Veranstaltungen umfasst.
Einblicke in die chinesische Literatur werden im Literaturhaus, im Konfuzius Institut und in der Zentralbibliothek in insgesamt 51 Veranstaltungen gewährt.
Neun Ausstellungen flankieren unter dem Buchmesse-Motto „Tradition & Innovation“ den Ehrengast-Auftritt, darunter sind im Deutschen Architekturmuseum unter dem Titel „M 8 in China – Zeitgenössische chinesische Architekten“ vom 29. August bis zum 1. November aktuelle Arbeiten aus acht Büros zu sehen.
Vier Events werden ebenfalls vom Ehrengast präsentiert. An erster Stelle ist hier das Galakonzert in der Alten Oper am 13. Oktober zu nennen.
Im Chinesischen Garten wird es am 14. Oktober einen Abend geben, der chinesische Freizeitbeschäftigungen vorstellt und kulinarische Eindrücke vermittelt, darunter steht die Teezeremonie im Mittelpunkt.
Eine „Chinesische Nacht der zeitgenössischen Literatur“ ist am 15. Oktober im Literaturhaus geplant.
„Happy China“ heißt das Motto der Party, die am 16. Oktober im Living XXL stattfindet.
JF







