Nachdem am 22.10.2009 der französische Verfassungsrat das so genannte Hadopi-Gesetz (Haute Autorité pour la Diffusion des Oeuvres et la Protection des Droits sur Internet) abgesegnet hat, das Richtern erlaubt, illegales Herunterladen von Filmen, Musik oder Software mit einer bis zu einjährigen Internet-Sperre zu bestrafen, sieht sich Frankreich als Vorreiter im Kampf gegen die Internetpiraterie.
Nach Beck-Aktuell-Informationen reagierte der Bundesverband Musikindustrie mit Forderungen an die neue Bundesregierung, ein ähnliches Modell auch in Deutschland einzuführen. Zentrales Element des Gesetzes sei der Versand von Warnhinweisen bei Urheberrechtsverletzungen im Internet und eine Sanktion bei deren Nichtbeachtung, sagte Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Verbandes. Umfragen in Frankreich und England hätten gezeigt, dass 70 bis 80 Prozent der Betroffenen ihre illegalen Downloads einstellen würden, wenn sie solche Warnhinweise erhielten, so Beck-aktuell.
Laut Bundesverband Musikindustrie wurden allein in Deutschland im Jahr 2008 über 300 Millionen Songs illegal aus dem Netz herunter geladen. „Uns geht es um das Grundprinzip `Warnen statt abmahnen´, das wir auch in Deutschland für einen effizienten Weg zur Bekämpfung des massenhaften Diebstahls von Filmen, Musik, Hörbüchern, Spielen oder Software im Internet halten“, so der Bundesverband Musikindustrie weiter.
Inzwischen sei eine grenzüberschreitende Lizenzierungsplattform für Musik geplant, berichtete gestern der ORF. Verwertungsgesellschaften, Musikkonzerne und Vertriebspartner hätten sich zu Gesprächen bereiterklärt, künftig an EU-weiten Lizenzen zu arbeiten, um Musik auch online in mehr Regionen als bisher verkaufen zu können.
Wie bookseller.com berichtet, fordert der Französische Kulturminister Frédéric Mitterrand, stärkeren Druck auf die europäische Gemeinschaft auszuüben, eine gemeinsame Haltung bei Digitalisierung der Biblitheksbestände durch Google und andere private Organisationen auszuüben.
Die Französische Regierung hat eine Kommission eingerichtet, die Vorschläge zur Digitalisierung französischer Bibliotheken machen soll. Auslöser war ein Aufschrei, nachdem bekannt wurde, dass die französische Nationalbibliothek Google ihre Erlaubnis zur Digitalisierung geben würde. Die Kommission will am 24. November den Europäischen Kulturministern ihre Vorschläge unterbreiten. Ein Bericht soll am 15. Dezember veröffentlicht werden.
„Die Situation ist dringend“ wird Mitterand zitiert. Die Digitlaisierung „ist wie ein Tsunami, der über Europa hereinbricht.“ Die Player arbeiten „wie die Ameisen in einem Ameisenhaufen“. Mitterand sieht Deutschland auf der gleichen Wellenlänge wie Frankreich und er sei stolz, Italien für das Problem sensibilisiert zu haben. Er sei sicher, eine gemeinsame Haltung herstellen zu können.
Letztes Jahr habe Google 500.000 Bücher auch der Stadtbibliothek in Lyon digitalsiert. Mitterand kündigte an, er wolle herausfinden, wie es zu dieser Entscheidung kam.







