
Gestern Abend hatte die Buchhandlung Ypsilon in Frankfurt illustre Gäste: Geschäftsführer Ralph Wagner begrüßte den Verleger Egon Ammann und den langjährigen Autor des Ammann-Verlags Ralph Dutli.
Der Termin war bereits im Februar vereinbart worden; damals wusste noch keiner, dass der Zürcher Ammann-Verlag seine Geschäftstätigkeit zum 30. Juni 2010 einstellen wird [mehr…].
Egon Ammann wies deshalb zu Beginn der Veranstaltung nochmals auf seine Gründe für diese Entscheidung hin; „schwierige Bücher sind dem derzeitigen Buchhandel kaum mehr zumutbar“. Buchhandlungen wie das Ypsilon mit einem ausgewählten Sortiment und besonderen Titeln abseits der schnelllebigen Bestsellerlisten gäbe es in Deutschland nur noch etwa 50.
Der Verleger, der viel von Siegfried Unseld gelernt hat, plauderte aus 28 Jahren Geschichte seines Editionshauses.
Schon früh entdeckte der Simenon-Fan Egon Ammann seine Liebe zu Büchern, fand 1957 in einer deutschen Buchhandlung in Paris ein Heft der Neuen Rundschau mit Gedichten von Fernando Pessoa und Ossip Mandelstam, das er für 50 Pfennig erstand. Beide Autoren spielten später eine wichtige Rolle im Ammann-Verlag. Ralph Dutli kam vor 25 Jahren zu Egon Ammann mit der Idee einer Mandelstam-Werkausgabe. Es sind zehn Bände geworden, eine Biographie von Ralph Dutli ergänzt die Ausgabe.
„Ich bin ein papierener Verleger, zum Internet habe ich keine Beziehung“, bekannte Egon Ammann zum Schluss seiner kurzweiligen Plauderei und fügte lächelnd hinzu: „Die Schweizer waren schon immer gut im geordneten Rückzug.“
Ralph Dutli las anschließend aus seinem im September in Ammanns Kleiner Bibliothek erschienenen Buch Liebe Olive und stellte diese kleine Kulturgeschichte, bestehend aus 20 Oliven (Kapiteln), die Historisches, Amüsantes, Wissenswertes und Magisches über den Ölbaum enthalten, vor.
JF







