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BUCH WIEN 09: 30.000 Besucher werden erwartet

Seit heute neun Uhr ist die Halle D am Wiener Messegelände für Publikum zugänglich: Gestern abend wurde die die internationale Buchmesse BUCH WIEN 09 eröffnet, sie soll bis zum Sonntag zwischen 30.000 und 40.000 Besucher anlocken.

Das erwartet zumindest Matthias Limbeck, Geschäftsführer von Reed Exhibitions, gemeinsam mit dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) Veranstalter der Messe. „Die ,Uniqueness‘ der BUCH WIEN ist klar“, so Limbeck gestern bei einem Pressegespräch kurz vor der offiziellen Eröffnung. „Es ist eine Leistungs- und Neuheitenschau der Buchbranche und erlaubt gleichzeitig die direkte Begegnung mit Autorinnen und Autoren.“

Keine Angst vor E-Books

228 Aussteller, neun Länderpavillions und sechs Veranstaltungsforen auf der Messe selbst – darunter erstmals ein Kinderbuchforum – werden auf der „publikumsoffenen Fachmesse“ (Limbeck) geboten. Zur Premiere der BUCH WIEN 2008 kamen dennoch deutlich weniger Besucher als zur Messe-Vorgängerin „Buchwoche“ im Wiener Rathaus. „Es war die richtige Entscheidung, aus der Buchwoche eine richtige Messe zu machen“, sagte HVB-Präsident Gerald Schantin dazu auf Nachfrage. Er will mit der BUCH WIEN spätestens nächstes Jahr die gleichen Besucherzahlen wie im Rathaus erreichen.

Vor den rund 600 angemeldeten Eröffnungsgästen appellierte Schantin dann an die der Branche: keine Angst vor dem E-Book – „Wir sind sicher, dass sich die digitale Welt mit der Bücherwelt bestens verstehen wird“ -, aber alle gemeinsamen Anstrengungen gegen eine „Enteignung“ durch Google. „Die Branche braucht auch im Internet rechtsstaatliche Verhältnisse.“ Ausdrücklich lobte er die schnelle Überarbeitung des Buchpreisbindungsgesetzes, die nach einem EuGH-Beschluss notwendig geworden war und nach nur drei Monaten im Parlament verabschiedet werden konnte.

Staatspreise für Enquist, Schreiner und Amann

Die damit angesprochene Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) gab dann nach der Begrüßung durch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) „ein klares Bekenntnis zum Urheberrecht“ ab, bevor sie die diesjährigen Staatspreisträger verkündete: Per Olov Enquist erhält den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Margit Schreiner wird mit dem Würdigungspreis für Literatur ausgezeichnet. Der österreichische Staatspreis für Literaturkritik geht an den den Germanisten und Leiter des Klagenfurter Literaturhauses Klaus Amann.

In ihrer Festrede vermaß schließlich Eva Menasse den österreichischen Nationalcharakter mit physikalischen Begriffen: Spannung, Polarität, der ständige Wechsel zwischen den Extremen prägten und prägen das Land. „So ist die österreichische Seele zwischen verschiedenen Extremen aufgespannt wie auf einem mittelalterlichen Foltergerät“, sagte Menasse. Und weiter: „Eine Möglichkeit, einer ungesunden Streckung, Spreizung und Verdrehung entgegenzuwirken, ist, in Bewegung zu bleiben. (…) Das tun die österreichischen Schriftsteller seit jeher, sie schwingen und ticken und zittern und toben. (…) Und hier ist sie ja, meine Heimat, zu der ich mich problemlos bekennen kann: die Kunst, entstanden aus der Auflehnung. Kafka und Kraus, Joseph Roth und Doderer, von Polgar und Kuh bis Bernhard, Jandl und Schuh.“ Der gesamte Text der Rede ist auf der Homepage des HVB nachzulesen: http://www.buecher.at/show_content.php?sid=94&detail_id=1974.

(Fotos © Andreas Kolarik)

www.buch-messe.at
www.lesefestwoche.at
www.buecher.at

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