War Rupert Murdochs Ankündigung, seine Seiten aus dem Google-Index zu nehmen [mehr…], nur der Beginn einer konzertierten Aktion der Verleger, die ihre Inhalte künftig lieber Microsofts Suchmaschine Bing zur Verfügung stellen?, dies fragt sich heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).
Demnach habe ein Geheimtreffen zwischen großen europäischen Verlegern, darunter Axel Springer und Financial Times auf der einen und Microsoft auf der anderen Seite stattgefunden. Die Amerikaner möchten für ihre Suchmaschine Bing möchte die Verleger auf ihre Seite ziehen mit dem Ziel, dass sie Bing das exklusive Recht geben, ihre Seiten zu indexieren. Gleichzeitig würden sie Google sperren.
Wenn weitere große Verlage diesen Schritt gehen, könnte Murdochs Schritt Google weit mehr Probleme bereiten als bisher erwartet wurde und der Wettbewerb um Inhalte könte neue Dynamik gewinnen.
Auf jetzt.de der Süddeutschen kommentiert Nikolaus Piper Murdochs Gebaren unter anderem so: „Das soziale Netzwerk MySpace etwa, das er 2005 für 580 Millionen Dollar gekauft hatte, sollte zu einer globalen, innovativen und vor allem profitablen Klatschbörse werden. Das Vorhaben ist gescheitert. MySpace liefen die Nutzer davon, das Netzwerk Facebook setzte sich bei jungen Leuten durch. Auch hier spielt Google eine Rolle. Der Suchkonzern hatte vertraglich zugesichert, Murdochs Tochterunternehmen Digital Media Group 900 Millionen Dollar dafür zu zahlen, dass MySpace die Suchdienste in dem Netzwerk übernimmt. Nun schaffte MySpace aber die zugesagte Reichweite nicht, weshalb Google 100 Millionen Dollar weniger bezahlt. MySpace soll jetzt zu einem reinen Unterhaltungsportal werden.
Im Unterschied zu anderen ist Murdoch freilich so reich, dass er sich viele Fehler leisten kann.“