Hier die komplette Lösung des Rätsels [mehr…]: Das Signet des Verlages zeigt seit 1957 den deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) und den Wahlspruch „theoria cum praxi“ (Theorie und Praxis).
Leibniz hatte im Jahre 1700 die Kurfürstlich Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften gegründet, aus der die Preußische Akademie der Wissenschaften hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte zumindest teilweise die Deutsche Akademie der Wissenschaften (DAW) deren Arbeit fort.
Die Veröffentlichungen der Akademie erschienen bis 1945 in verschiedenen Verlagen. Sie wurden in der Akademie Verlag G.m.b.H. Berlin zusammengefasst, die im Dezember 1946 eigens zu diesem Zweck gegründet wurde. Der neue Verlag arbeitete in enger Anlehnung an die eingangs erwähnte DAW, die 1972 in Akademie der Wissenschaften der DDR umbenannt wurde. Die Gründung am 01.07.1946 war auf Befehl Nr.187 der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) erfolgt mit der Zielsetzung, als „höchste wissenschaftliche Institution“ in der Sowjetischen Besatzungszone tätig zu werden.
Die Verbindung mit dieser Institution brachte es mit sich, dass sich der neue Verlag schnell zum wichtigsten wissenschaftlichen Verlag der DDR entwickelte. In dieser Eigenschaft unterlag das Unternehmen nicht der Anleitung und Kontrolle durch das Ministerium für Kultur und dessen Abteilung Literatur und Buchwesen, aber der Einfluss der SED war offensichtlich.
Sitz des Verlages war von 1959 bis 1994 direkt an der Berliner Mauer das ehemalige Preußische Herrenhaus in der Leipziger Straße 3/4, der heutige Sitz des Bundesrates. Nach der Wende übernahm im Jahre 1991 die Weinheimer VCH-Verlagsgesellschaft den Verlag, wurde aber selbst 1996 an den Konzern John Wiley & Sons, New York, verkauft, der das naturwissenschaftliche Programm in den neuen Wiley-VCH-Verlag eingliederte.
Name, Signet und geisteswissenschaftliches Programm gingen an den Münchner R.Oldenbourg Verlag, der wiederum 2004 von der Berliner Cornelsen-Verlagsgruppe übernommen wurde.