
„Warten auf Godot“
Sie ist die bekannteste Theaterfotografin Deutschlands. Heute Abend wird ihre Ausstellung Theater der Bilder in zwei Räumen im Frankfurter Holzhausenschlösschen eröffnet, anderthalb Stunden später spielt im Raum, in dem Eggerts wunderbare Schwarz-Weiß-Fotografien hängen, zum 127. Mal Emil Mangelsdorff – besser kann eine Vernissage nicht passen.
1938 wurde Mara Eggert in Rostock geboren, kam 1951 nach Heidelberg. Sie erlernte die Porträtfotografie, wurde Assistentin des Modefotografen Herbert Tobias in Berlin und arbeitete später als Filmstandfotografin bei Peter Lilienthal und Michael Ballhaus.
Jazz war ebenfalls ihr Metier als Fotografin, dann wechselte sie zum Theater. Regisseure und Theaterleiter wie Hans Neuenfels, Robert Wilson, Ruth Berghaus, Peter Palitzsch u. a. holten sie an ihre Häuser. Akribisch geht Mara Eggert beim Fotografieren vor, besucht Proben, testet Standorte für ihre Hasselblad, fertigt Skizzen an. Immer der richtigen Sekunde auf der Spur, in der die Künstlerin den Auslöser betätigen muss, um das perfekte Bild zu bekommen.
In 14 großformatigen Bildern, die wie Gemälde sind, zeigt sie Momentaufnahmen aus Aufführungen. Das Faszinierende daran: Theaterfotos ohne die Anmutung des Theaters sind entstanden. Der Betrachter kann sich in die Bilder begeben, sich selbst eine Geschichte dazu ausdenken.
Über 1000 Fotografien hatte Mara Eggert in der Vorauswahl für ihre Exposition in Bonn, die vom 17. Juli bis zum 4. Oktober 2009 in den Kunsthallen stattfand und von 80.000 Besuchern gesehen wurde. Unter den 14 Bildern, die nun im Holzhausenschlösschen gezeigt werden, sind sechs, die nicht in Bonn zu sehen waren.
Die Auswahl der Fotografien war schwierig. Mara Eggert ließ sich von folgenden Kriterien leiten: „Man muss das Bild lange an der Wand aushalten können, es muss über die Aufnahmesituation hinaus etwas erzählen.“ „Eigentlich“, sagt die Künstlerin, „sind alles Selbstporträts“.
Die Exposition im Holzhausenschlösschen kann bis zum 18. März 2010 jeweils eine Stunde vor den Veranstaltungen besucht werden. Das Buch Theater der Bilder, erschienen im Prestel Verlag, ergänzt die Ausstellung.
JF