Am 14. Januar bereits wurde Pater Anselm Grün 65 Jahre alt und war an diesem Tag bereits Star in fast allen Tageszeitungen. Vorgestern hat er nun in seinem Kloster nachgefeiert – und wurde gefeiert. Es wurde ein Fest, das das Kloster wohl noch nicht gesehen hatte.
Diese Feier hätten nicht Michael Reepen, der Abt der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach, und P. Mauritius Wilde, Leiter des Vier-Türme-Verlages, ausgerichtet, wenn sie nicht den Gästen auch etwas hätten mitgegeben wollen.
Deshalb hatten sie für den Vormittag zu einem Symposium mit dem Thema „Inspirationen für Kirche, Gesellschaft und Welt“ eingeladen. Fast 250 Gäste aus Kirche, Wirtschaft, Gesellschaft, Buchhandel und der Abtei Münsterschwarzach gaben P. Anselm Grün die Ehre und folgten der Einladung.
Jochen Zeitz, Vorstandsvorsitzender des Sport- und Lifestyles-Unternehmens PUMA, erklärte, warum es bereits zu spät ist, ein Pessimist zu sein. Pater Jonathan Düring, Subprior im Priorat Damme und Leiter des dortigen Gästehauses mahnte zu Klarheit und Wahrhaftigkeit: „Liebe bedeutet nicht, die Augen zu verschließen, sondern genau auf die Probleme der Zeit zu schauen und sie dann mit gegenseitigem Verständnis zu lösen.“ Auch Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte betrat das Podium. Der Autor, Moderator und Gast bei vielen Fernsehformaten auf allen Kanälen sprach über die Rolle der Medien für die Kirche.
Danach bot das Frauenkabarett Die Traumfraun einen kurzweiligen Einblick, wie Frauen älter werden, nämlich nicht schweigend! Musik von Bruder Julian und Pater Rhabanus rundeten die Veranstaltung ab. P. Mauritius überreichte zum Schluss des Symposiums die Festgaben an P. Anselm: die Biographie Anselm Grün – Sein Leben, geschrieben von Freddy Derwahl und das Buch Heute ist dein Tag – Was bekannte Persönlichkeiten inspiriert.
Eine musikalische Überraschung erwartete die Gäste am Ende des Symposiums: Pater Anselm, der Musik liebt, intonierte zusammen mit Pater Mauritius einige Lieder auf dem Cello.
Am Abend dann eine Konzertmeditation in der Abteikirche, die Grün selbst hielt unterstützt von dem Flötisten und Komponisten Hans-Jürgen Hufeisen. Mehr als 1.500 Besucher lauschten der „Sinfonie der Engel“.
Was die Abteikirche an diesem Abend erlebte, gibt es auch dort nicht alle Tage zu hören: Aus über 1.500 Kehlen klang als „Zugabe“ lauthals die Glückwünsche der Konzert-Besucher:„zum Geburtstag, lieber Anselm, zum Geburtstag, viel Glück!“.
Zum Schluss lud Pater Anselm die Besucher zu einer gemeinsamen Segensgeste ein: Zwei Minuten lang verband tiefes Schweigen die Festgemeinde. Dann ertönte lang anhaltender Applaus, der als Zugabe noch Anselm Grüns Lieblingschoral „Jesu meine Freude“ aus der gleichnamigen Bachkantate spielte. Viele Besucher nutzten anschließend noch die Gelegenheit, um Pater Anselm persönlich zu gratulieren.