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Gestern Buchpremiere für „Lauf zurück ins Leben“

Wer da war, durfte das Gefühl mit nach Hause nehmen, „Ich war bei der Geburt eines Bestsellers dabei“: Hermann Wennings „Bericht einer Lebenskrise“ (Untertitel) ist weit mehr als das. Sein Buch „Lauf zurück ins Leben“ (Berlin University Press) ist in seiner einfachen Schreibe ein wirklich authentisches Dokument über (s)eine jahrelange Drogen“karriere“.

Thomas Böhm, Hermann Wenning, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder:
Ein authentischer Bericht über eine jahrelange Drogen“karriere“
mit Bestseller-Potenzial

Unrer den Gästen im Kölner Literaturhaus war auch Dieter Wellershoff, der ebenso davon überzeugt war, dass die Stärke dieses Buches eines jahrelangen Junkies ist, dass kein „Co-Autor“ mit im Spiel war. Das gibt dem Buch des früheren Leistungsportlers einen Sog, dem sich die Besucher gestern nicht entziehen konnten. Gebannt folgten Sie dem „Dokumentarkrimi“ über ein Leben, wie wir es uns nicht vorstellen können – und gerade in seiner Schlichtheit beeindruckt. Sein Verleger Dr. Gottfried Honnefelder hat sich deshalb spontan für dieses Buch entschieden – auch auf den Rat etwa von Martin Walser („das musst Du machen, und ändere keine Zeile“), denn es erzählt authentisch von „Rausch, wenig Ekstase, viel Elend und einer jahrelangen Drogenkarriere“.
Honnefelder war aber von Beginn an schon von der Einzigartigkeit dieses Buches überzeugt: „Was dem heute 44-Jährigen gelungen ist, glückt nur wenigen: das Comeback des langjährigen Junkies ins Leben. Sein Buch ist ein Bericht aus der unbekannten und hilflos verdrängten Drogenwelt vor unserer Haustür.“
Die Veranstaltung gestern abend im Kölner Literaturhaus wurde moderiert von Thomas Böhm, dem Programmleiter des Hauses. Gebannt folgten die Gäste dem Bericht von der ersten Ecstasy-Erfahrung des damals 31-Jährigen über seinen Einstieg in die Beschaffungskriminalität, das Leben in der Asozialität eines Junkiedaseins und in mehrfache Haft. Und beindruckend, wie Hermann Wenning über diesen sich verhängnisvoll beschleunigender Kreislauf sprach, bei dem sich kurzes Drogenglück, Gefängnis und Therapie abwechselten.
Der Langstreckenläufer Hermann Wenning ist in Leben zurückgelaufen – weil er es wollte, weil er ein Ziel hatte. Er sagt: „Der Staat macht den Fehler, Junkies wegzusperren, sie zu kriminalisieren. Das bewirkt das Gegenteil“. Allerdings helfe auch eine Therapie nur wenigen, denen, die erkennen, dass sich ein Ziel lohnt. Das sind geschätzt nur fünf Prozent…. und über diese uns fremde Welt hat er in einfachsten Worten geschrieben – und gerade das geht unter die Haut.

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