Hier die komplette Lösung des Rätsels: Eugen Diederichs (1867–1930) gründete den Verlag 1896 in Florenz, wo er zwei Gedichtbände, darunter einen von E.R.Weiß (Emil Rudolf; 1875-1942) herausbrachte, der auch das erste Verlagssignet schuf.
Es zeigte den Löwen des Donatello, eine berühmte Plastik aus der Gründungsstadt des Verlags. Der Buchkünstler F.H.Ehmcke (Fritz Helmuth; 1878–1965) entwarf 1907 das bis heute gebräuchliche markante Signet mit dem Löwen.
Diederichs siedelte den Verlag 1898 in Leipzig an. Sein erster großer Verlagserfolg war „Die deutsche Revolution 1848/49“ von Hans Blum (1841-1910), dem Sohn des 1848 standrechtlich erschossenen Politikers Robert Blum (geboren 1807). Das Unternehmen wurde im Jahre 1904 nach Jena verlegt, wo es bis 1948 seinen Sitz hatte.
Diederichs’ erste Frau Helene Voigt-Diederichs (1875–1961) wurde als Lyrikerin und Erzählerin bekannt. Nach deren Affären mit dem Philosophen Max Scheler und dem Maler und Grafiker Erich Kuithan kam es 1911 zur Trennung. 1916 heiratete der Verleger die Schriftstellerin Lulu von Strauß und Torney (1873–1956).
Niels und Peter Diederichs, Söhne aus der ersten Ehe, führten den Verlag ab 1930. Peter Diederichs gründete ihn 1949 in Düsseldorf neu, Niels errichtete drei Jahre später eine Zweigstelle in Köln. Der Münchner Buchhändler Heinrich Hugendubel (1936–2005) erwarb den Verlag im Jahre 1988 und fusionierte ihn 1999 mit dem Ariston Verlag von Dr. Monika Roell, die ihn später erwarb und zusammen mit allen Hugendubel-Verlagen 2008 an die Verlagsgruppe Random House veräußerte. Diese führt ihn seitdem unter dem alten Namen als Imprint-Verlag weiter. Schwerpunkte des Verlagsprogramms sind heute Märchen aus aller Welt und ostasiatische Weisheit und Philosophie.
Literatur zu und von Eugen Diederichs und seinem Verlag:
Irmgard Heidler: Der Verleger Eugen Diederichs und seine Welt. Wiesbaden: Harrassowitz 1998
Lulu von Strauß und Torney(Hrsg.): Eugen Diederichs. Leben und Werk. Jena: Diederichs 1936
Meike G.Werner: Moderne in der Provinz (Seiten 63 – 193). Göttingen: Wallstein 2003
Ursula Martin: Der Verleger. Bucha: quartus 2008.







