
Am Sonntag, 21. März, wird im Museum Giersch in Frankfurt eine umfassende Retrospektive anlässlich des 150. Geburtstages des Künstlers Philipp Franck am 9. April 2010 eröffnet.
Die Exposition, die 72 Gemälde, 27 Aquarelle und 22 Druckgraphiken zeigt, liefert den bisher größten Überblick über das umfangreiche Werk des Künstlers. Sie ist das erste Gemeinschaftsprojekt des Museums Giersch in Frankfurt und des Bröhan-Museums in Berlin und wird vom 2.9.2010 bis zum 16.1.2011 auch in der Hauptstadt zu sehen sein.
In einer Pressekonferenz stellten gestern Manfred Großkinsky, Kurator und Leiter des Museums Giersch, und Ingborg Becker, Direktorin des Bröhan-Museums, die Exposition vor.
Philipp Franck, 1860 in Frankfurt am Main geboren, beginnt hier eine Architektenausbildung und besucht Abendkurse an der Städelschule. Nach dem Tod seines Vaters wechselt er ganz dorthin zum Studium der Malerei. 1880 wird er Schüler von Anton Burger in Kronberg, ein Jahr später studiert er an der Königlichen Kunstakademie Düsseldorf. 1887 zieht er nach Würzburg, 1890 absolviert er das Zeichenlehrerexamen an der Königlichen Kunstschule Berlin, 1891 geht er als Zeichenlehrer an die Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale. Nur ein Jahr später holt ihn der Ruf als Lehrer an die Königliche Kunstschule Berlin.
1898 bis 1902 gehört Philipp Franck u.a. mit Lovis Corinth und Max Liebermann zu den Gründern der Berliner Secession, 1898 wird er zum Professor ernannt.
1920 erscheinen seine Erinnerungen Vom Taunus zum Wannsee im Verlag Georg Westermann. Eine zweite Autobiographie, Ein Leben für die Kunst, wird posthum im Rembrandt Verlag veröffentlicht; Philipp Franck stirbt am 13. März 1944 in Berlin.
Philipp Franck war ein äußerst produktiver Künstler, seine Arbeiten waren beliebt, die meisten gingen in Privatsammlungen. Wolfgang Immenhausen und Almut von Tresckow haben über viele Jahre an einem Werkverzeichnis der Gemälde gearbeitet. Es wird im April im Michael Imhof Verlag erscheinen und umfasst 477 Arbeiten, die zwischen 1880 und 1944 entstanden sind. Etwa 300 Gemälde, so schätzt Almut von Tresckow, sind bisher noch nicht aufgefunden worden, ihr Verbleib ist unbekannt.
Der Künstler malte vor allem im Freien; Landschaften, Dorfszenen, topographische Phänomene, Naturstimmungen sind seine Sujets. Er gehört zu den Wegbereitern der Moderne in Deutschland und zu den führenden Vertretern des deutschen Impressionismus.
Auf Reisen entdeckte er das Aquarell für sich, es war nicht nur wesentlich handhabbarer als die Ölfarben, es wurde für Philipp Franck zu einer eigenständigen Malkunst.
Philipp Franck hatte vier Söhne, war der Großvater der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger und der Ururgroßvater der Schriftstellerin Julia Franck.
Zur Ausstellung, die in Frankfurt bis zum 18. Juli besucht werden kann, ist im Michael Imhof Verlag ein umfangreicher Katalog erschienen.
JF