
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Patrick Siegele untersucht als Projektleiter im Anne-Frank-Zentrum in Berlin, ob Comics über den Holocaust und das dritte Reich zur Wissensvermittlung an Schulen eingesetzt werden können. Frauke Haß dazu ausführlich.
Günter Wallraff wird mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet.
Jürgen Verdofsky zu Sarah Kirschs 75. Geburtstag. Zuletzt erschien von der großen Lyrikerin Krähengeschwätz in der DVA.
Harald Fricke schrieb lange Jahre Kunst- und Musikkritiken in der taz. Bei Merve sind Texte 1990-2007 erschienen. Harry Nutt empfindet Fricke „als Autor als Produzent von Sound“.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Während in der aktuellen ZEIT Andrea Hünniger sich bei Helene Hegemann für die Entdeckung von Airen bedankt, ist Oliver Jungen nicht so angetan vom Buch „mit dem dümmsten Titel des Frühjahrs“: ein „im günstigsten Fall nett-lustig zu nennendes Buch“.
Eine neue Übersetzung aus dem Dänischen von Tania Blixens Jenseits von Afrika hat Manesse vorgelegt. Das Buch war sowohl auf dänisch als auch auf englisch geschrieben worden, die bisherige deutsche Ausgabe unter dem Titel Afrika, dunkel lockende Welt war aus dem Englischen übersetzt worden. Da die dänische Ausgabe vollständig und textkritisch gesichert ist und auch die deutsche nun vollständig sei, müsse, so Peter Urban-Halle, nun die neue Übertragung in Deutschland die maßgeblich sein.
Pia Reinacher zum Tod der Schweizer Dichterin Erika Burkhart.
Kritik in Kürze
Kurdo Baksi: Mein Freund Stieg, Heyne
Süddeutsche Zeitung
Der Fuldaer Jugendrichter Christoph Mangelsdorf verurteilt jugendliche Straftäter zu Romanen. Sie müssen einen Roman zu ihrer eigenen Thematik lesen, dazu einen Aufsatz schreiben und die Lektüre mit einem Betreuer durchgehen. In Dresden gibt es ein ähnliches Konzept. Beide Stellen machen gute Erfahrungen damit.
Barmak Behdad hat Salman Rushdies Satanische Verse ins Kurdische übersetzt und fühlt sich nun bedroht. Auf den Chefredakteur der Zeitschrift, die einen Vorabdruck plante, ist geschossen worden, die Polizei hat das Blatt konfisziert. Wegen der Satanischen Verse ist 1989 über Rushdie die Fatwa verhängt worden. Er lebt seither im Ausland.
In der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn ist eine Ausstellung unter dem Titel Liam Gillick. Ein langer Spaziergang … Zwei kurze Stege zu sehen. Der Katalog ist im snoeck-Verlag erhältlich.
Günter Grass sprach in der Türkei vor Studenten über die Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich. Ein Tabuthema in diesem Land. Anwesend war auch Grass‘ Freund, der wundervolle kurdische Schriftsteller und Friedenspreisträger Yasar Kemal.
Italien hat eine wundervolle Literatur zu bieten. Einer der wichtigen Verlage für die großen Namen des 20. Jahrhunderts war Einaudi. Maike Albath hat mit Der Geist von Turin. Pavese, Ginzburg, Einaudi und die Wiedergeburt Italiens nach 1943 bei Berenberg eine Art „Familienlexikon“ vorgelegt.
Auch Christopher Schmidt hat I am Airen Man (Blumenbar) gelesen. „Ein Entwicklungsroman in Tagebuchform.“
Die Welt
Ein Foto von Arthur Rimbaud ist aufgetaucht. Etwas Besonderes ist das, weil es sonst kein Bildmaterial vom erwachsenen Dichter gibt.