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Darmstädter Gutenberg Buchhandlung muss Insolvenz anmelden

Die Gutenberg Buchhandlung
an diesem Wochenende

Die Gutenberg-Buchhandlung am Darmstädter Luisenplatz steht vor der Insolvenz. Wie Mitinhaber und Geschäftsführer Kurt Fritz am Freitag dem Darmstädter Echo sagte, werde er am Montag „den Gang zum Amtsgericht antreten“. Dies sei „nicht mehr abwendbar“.

Man habe über Monate hinweg gekämpft und nach Alternativen gesucht, jedoch ohne Erfolg. Die Kosten, vor allem die Ladenmiete, seien nicht mehr zu erwirtschaften. Betroffen sind neben den beiden Inhabern fünf Mitarbeiter.

Damit schließt die letzte traditionelle Sortimentsbuchhandlung in der Darmstädter Innenstadt – sie besteht seit über 160 Jahren. Zuvor hatten schon Gebicke, Schlapp und die Buchhandlung Schroth aufgegeben, ebenso die Lichtenbergbuchhandlung in der Dieburger Straße. Weiterhin besteht die „Buchhandlung am Markt“, die neben einem Belletristik- und Kinderbuchsortiment auch die Literatur der Büchergilde Gutenberg anbietet.

Fritz nennt dem Darmstädter Echo drei Gründe für das Scheitern. Erstens den ohnehin in den letzten Jahren immer stärker werdenden Strukturwandel im Buchhandel. Die Konkurrenz erst durch Habel, dann aber vor allem durch Thalia habe die Gutenberg-Buchhandlung „sehr zu spüren bekommen“.

Zweitens veränderte Verbrauchergewohnheiten. Viele Bücher werden über das Internet bestellt, andere Medien gar nicht mehr auf Papier bezogen – Landkarten und Atlanten etwa. Gerade bei bei Tourismusliteratur hatte die Gutenberg-Buchhandlung einen ihrer Schwerpunkte.

Drittens habe sich zuletzt, so der Geschäftsführer, die ungünstige Architektur des Ladens bemerkbar gemacht: eine kleine Antrittsfläche im Erdgeschoss, das eigentliche Angebot im ersten Stock. Heute seien ebenerdig große Verkaufsflächen nötig.

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