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Landesverband Berlin-Brandenburg: Keine Fusion mit dem Bundesverband

Der Landesverband Berlin-Brandenburg denkt nicht an eine mögliche Verschmelzung mit dem Bundesverband. Das ist das Ergebnis der Jahreshauptversammlung am Samstag in Berlin, an der auch vom Bundesverband die stellvertretende Vorsteherin Viola Taube (Buchhandlung Viola Taube, Nordhorn) und Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis teilnahmen.

Ein eigener Landesverband sei für ortsgebundene Aktivitäten unerlässlich, so Christiane Schulz-Rother (Tegeler Bücherstube), die dem Verband seit einem Jahr gemeinsam mit Margrit Starick (Buchhandlung Starick) vorsteht. Geübt im Umgang mit knappen Ressourcen habe der Vorstand im März den Beschluss gefasst, den Mitgliedern von einer Fusion abzuraten und weiterhin mit gezielten Projekten und wirtschaftlichem Arbeiten selbständig zu bleiben. Das sehen die Mitglieder wohl auch so: Diskussionsbedarf bestand in der Mitgliederversammlung nicht.

Zur Einstimmung hatten sich die Teilnehmer bereits am frühen Nachmittag auf der Museumsinsel getroffen, wo ihnen im Neuen Museum ein „Rundgang mit Nofretete“ geboten wurde, bevor dann im benachbarten Magnus-Haus Wirtschaftssenator Harald Wolf über den Wirtschaftsstandort Berlin sprach. Die Kulturmetropole entwickle sich rasant, so Wolf. Auch die Wirtschaft der Stadt sei bis 2005 im Vergleich zum Bundesdurchschnitt überproportional gewachsen. Seither falle die Schrumpfung geringer aus, als dies in anderen Städten der Fall sei. Vor allem die Tourismusbranche habe stark zugelegt und vom neuen Flughafen Berlin Brandenburg International, der im Herbst 2011 eröffnet werden soll, erwartet Wolf weitere positive Impulse – auch für den Handel. Denn die Kaufkraft sei in Berliner geringer als andernorts, räumte Wolf ein.

Einer McKinsey-Studie zufolge habe Berlin gute Zukunftschancen vor allem in den Bereichen Elektromobilität, Klinische Forschung und IT. Auch im internationalen Wettbewerb um kluge Köpfe müsse sich Berlin nicht verstecken, sagte der Wirtschaftssenator und hob das hohe Wachstumspotenzial der Kreativwirtschaft hervor.

Insgesamt legte der Landesverband ein ausgeglichenes Ergebnis vor. Hervorgehoben wurde unter anderem die gemeinsam mit dem Bundesverband beschlossene Aktion 185+, die der Verband für eine Kennenlern-Party im Berliner Büro des Börsenvereins Am Schiffbauerdamm nutzte. Immerhin sind im ersten Quartal 2010 25 Unternehmen Mitglied im Verband geworden.

Ein weiteres Thema war die Neukonzeption der Berlin-Brandenburgischen Buchwochen und des Berliner Bücherfestes [mehr…]. Die beiden Formate wurden zusammengelegt, der Verein Berliner Bücherfest aufgelöst. Da sich die Sponsorensuche zunehmend schwierig gestaltet, die öffentliche Hand ihre Mittel kürzte und auch die Medien nicht in gewünschten Umfang berichteten, wird es künftig einmal im Jahr eine einwöchige Veranstaltung „STADT – LAND – BUCH“ geben, die am ersten Adventsonntag mit einem Bücherfest enden soll. Die Schwerpunktveranstaltungen im Land Brandenburg werden in diesem Jahr in Frankfurt/Oder stattfinden.

Kurzfristig sprang Bernd Sommerfeld (Buchhandlung Lehmanns) für Katja Splichal ein, deren Fachvortrag zum Thema „Web 2.0 und social media“ aus familiären Gründen ausfallen musste. Sommerfeldt erklärte wie Buchhändler und Verlage Twitter, Facebook und Co. für Werbung und Pressearbeit oder zur Kundenbindung nutzen können. Facebook werde die Visitenkarte einer neuen Generation, sagte Sommerfeld und empfahl Das Facebook-Buch der Facebook-Expertin Annette Schwindt, das in den nächsten Tagen im Verlag O’Reilly erscheint.

www.berlinerbuchhandel.de

ML

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