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Ausstellung und Auszeichnung für Marcel Reich-Ranicki

Plakat zur Ausstellung

Medienvertreter konnten sich gestern bereits in der Ausstellung Für Marcel Reich-Ranicki im Jüdischen Museum Frankfurt umsehen. Sie wird am Sonntag, 30. Mai, offiziell eröffnet, über 500 Gäste haben sich dazu angemeldet.

„Das ist unsere dritte Exposition zu Marcel Reich-Ranicki“, erläuterte Dr. Raphael Gross, Direktor des Hauses. Vorangegangen waren Ausstellungen in den Jahren 1999 – eine Wanderausstellung, die gegenwärtig in Wien zu sehen ist und Bilder von Teofila Reich-Ranicki, gemalt im Warschauer Ghetto, zeigt – und eine Übersicht zur Sammlung Reich-Ranicki, die 2003 gezeigt wurde.

Teile aus diesen Expositionen sind in der neuen Schau zu sehen. Außerdem wird der Jubilar, der am 2. Juni seinen 90. Geburtstag feiert, als Literaturkritiker gewürdigt und das Spannungsfeld deutscher Literaturkritik zwischen Lob und Verriss gezeigt.

Die Kuratoren Monika Boll und Erik Riedel konzipierten drei Räume. Im ersten liegt ein roter Teppich aus, auf Stelen sind Bücher mit Widmungen für Marcel Reich-Ranicki zu sehen, eine Leihgabe aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, das mit dem Fritz Bauer Institut zu den Kooperationspartnern der Ausstellung gehört.
An den Wänden hängen Zeichnungen u.a. von Günter Grass, Horst Janssen, Otto Dix und Hermann Burger.

Im nächsten Raum geht es um Literaturkritik. Bekannte SPIEGEL-Titel ergänzen Zitate für und wider den Literaturrezensenten. Hier ist auch die erste Sendung Das Literarische Quartett aus dem Jahr 1988 zu verfolgen und deren Vorläufer, die Radiosendung Das literarisches Kaffeehaus, die Marcel Reich-Ranicki 1964 gemeinsam mit Hans Mayer gestaltete, zu hören. Ein Touchscreen liefert alphabetisch geordnet Rezensionen des Kritikers.

Auf der Galerie können sich die Besucher über wichtige biografische Details in Wort und Bild informieren, Briefe illustrieren den Lebensweg zusätzlich. Ein Abreißkalender der Frankfurter Anthologie gestattet dem Interessierten, Gedichte und die Rezension dazu mitzunehmen.

Am 6. Juni wird Marcel Reich-Ranicki in der Frankfurter Paulskirche mit der Ludwig-Börne-Medaille ausgezeichnet. Als Laudatoren sind der Vorjahrespreisträger und FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, der Autor und SPIEGEL-Journalist Henryk M. Broder sowie die TV-Moderatoren Thomas Gottschalk und Harald Schmidt angekündigt. Die Veranstaltung wird ab 11 Uhr live vom ZDF übertragen.

JF

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