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Gustav Stresow

Gustav Stresow (© Stefan Moses)

Wie erst heute bekannt wurde, ist der Verleger Gustav Stresow am 8. Juli 2010, wenige Wochen vor seinem 100. Geburtstag, verstorben.

1946, am Tiefpunkt Deutschlands, übernahm der gelernte Typograph und Buchgestalter zunächst als Verlagsleiter und später als persönlich haftender Gesellschafter den 1924 gegründeten Prestel Verlag. In den folgenden 30 Jahren seiner verlegerischen Arbeit publizierte er neben zahlreichen Monographien zur Kunst und Architektur unverwechselbare Buchreihen wie die „Bilder aus deutscher Vergangenheit“ (in Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg) und das wohl bedeutendste Forschungsunternehmen zur Kunst des 19. Jahrhunderts, die von der Fritz-Thyssen-Stiftung geförderten Reihen „Studien und Materialien des 19. Jahrhunderts“, in denen zwischen 1965 und 1985 über 80 gewichtige Bände erschienen.

1949 rief Stresow die Reihe der berühmt und überaus erfolgreich gewordenen Landschaftsbücher ins Leben. In ihr erschlossen so bedeutende Autoren wie Helmut Domke, Wilhelm Hausenstein, Eckart Peterich oder Reinhard Raffalt einer ganzen Generation die europäischen Kulturlandschaften. In weit über 100 Bänden bekam diese Serie einen festen Platz im deutschsprachigen Buchhandel und wurde in zahlreichen Neuauflagen und vielen hunderttausend Exemplaren verbreitet.

Die Stiftung Buchkunst prämierte über 50 Mal Publikationen des Verlages als „Schönste Bücher“. Gustav Stresow war ein großer Verleger aus Neigung und ein leidenschaftlicher Typograph.

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