Der von der Stadt Oldenburg verliehene Preis für herausragende literarische und künstlerische Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur wird in diesem Jahr nicht vergeben, teilt die Stadt Oldenburg mit. Grund sei die späte Haushaltsgenehmigung.
„Auf Grund des § 88 der Niedersächsischen Gemeindeordnung über die vorläufige Haushaltsführung durfte der Preis nicht ausgeschrieben werden, solange es keinen genehmigten Haushalt für die Stadt Oldenburg gab. Der Haushalt 2010 ist am 7. Juli genehmigt worden. Aus verfahrenstechnischen Gründen ist eine Ausschreibung jetzt nicht mehr sinnvoll. Die Ausschreibungsfrist wäre extrem kurz“, heißt es in einer Erklärung der Stadt.
Normalerweise werde der Preis bereits im Februar ausgeschrieben. Nachdem eine ehrenamtliche Jury die Einsendungen gesichtet hat, wird der Preis im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM) im November verliehen. Im vergangenen Jahr wurden über 400 Titel eingereicht.
Der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis wird seit 1977 verliehen und ist mit 7.600 Euro dotiert. Als Förderpreis soll er dem Ansporn und der Ermutigung von AutorInnen und IllustratorInnen dienen, die ein Erstlingswerk vorlegen. Zugleich soll innovativen Ideen eine Chance gegeben und ein Anreiz geschaffen werden, die Werke Unbekannter in die Verlagsprogramme aufzunehmen. Zu den Preisträgern der Vorjahre gehören u.a. Nadia Budde, Burkhard Spinnen, Tamara Bach, Manuela Olten und Beate Teresa Hanika
Ein entmutigendes Zeichen wäre es, wenn das Geld aufgrund einer Formalie nun für die Kinder- und Jugendliteratur verloren wäre. Und es klingt fast wie ein Schildbürgerstreich: Hat man so lange übers Sparen diskutiert, bis das Geld gar nicht mehr ausgegeben werden konnte? Die Stadt Odenburg teilt vorerst mit, dass man davon ausgehe, dass der Preis im kommenden Jahr wieder rechtzeitig ausgeschrieben werden könne.