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Bücher und Autoren heute in den Feuilletons – und weiter Zoff um Sarrazin

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.

Frankfurter Rundschau

Wie überlebt ein IT-Bastler im Berufsalltag unter lauter Schlipsträgern? Das weiß Martina Diel, sie hat’s bei O’Reilly in Das IT-Karrierehandbuch aufgeschrieben. Kirsten Niemann interviewt sie.

Der „Fall Sarrazin“: Arno Widmann über sein Buch Deutschland schafft sich ab (DVA). Bisher zeigt der Fall (das Buch erscheint am Montag]) vor allem eins: Was aus der SPD geworden ist. Ohne das Buch gelesen zu haben, zetert hochrangiges Partei-Personal rum, Sarrazin sollte doch bittebitte aus der SPD aus- und in die NPD eintreten, aber wenn ein wirklich wichtiger SPD-Politiker mal gegen die Rechten demonstriert, isses auch nicht recht: War es nicht der Berliner SPD-Innensenator Körting, der Wolfgang Thierse nach der Demo am 1. Mai (2010, wohlgemerkt!) zusammenrüffelte, war es nicht ein Staatsanwalt, der gegen ihn ermittelte, war es nicht die Polizeigewerkschaft, die gleich seinen Rücktritt forderte? Diese Art Dummheit sollte man bitte auch nie ausblenden. – Was bleibt, ist insgesamt ein schlechter Geschmack: Widmanns Resümee über Sarrazin und sein Buch: „Wer sein Buch liest, der denkt an ‚Volksverhetzung’, an den Paragraphen 130 des Strafgesetzbuches. Er sanktioniert den ‚Angriff auf die Menschenwürde anderer’. Sarrazin genießt diesen Angriff. Er glaubt, das gehört zu seinem Wahn, die Wissenschaft, die Logik, die Intelligenz auf seiner Seite. Sarrazin ist ein Fall nicht nur für die Justiz.“

Judith von Sternburg kommentiert die vom Goethe-Institut veröffentlichte Umfrage-Liste nach den besten deutschen Büchern: Schkandal: Da steht Michael Ende zweimal vor Goethe. Auch Otfried Preußler. Ja, soll man hierzulande mal rumfragen – das Ergebnis dürfte auch interessant sein…

Sachbuch
Florian Neuner Ruhrtext – eine Revierlektüre (Klever Verlag).

Michael Gerard Bauer Der Kampf der Dino-Ritter (Hanser).

Einführungen haben Konjunktur – warum soll man noch selber lesen, wenn man es alles schön vorgekaut kriegt? Karl Marx, Friedrich Engels Die deutsche Ideologie (Akademie-Verlag), Christoph Horn Platon-Handbuch (Metzler), Hartmut Rosa Theorien der gemeinschaft zur Einführung (Junius).

„Das Grauen in der Taiga“: Petra Hulová Endstation Taiga (Luchterhand).

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Auweia, das wird auch Gezeter geben: Jetzt sollen die Mohammed-Karikaturen als Buch erscheinen. „Tyrannei des Schweigens“ wird es heißen. Mal sehen, ob es auch eine Ausgabe für Deutschland geben wird.

Die Geschichte hinter Dornröschen: Die will Illustrator Marcus Lefrancois in seinen Bildern zum Grimmschen Märchen bei Reclam erzählen.

Meg Rosoff schaut in Pferdehirne: Davon, frei zu sein (FJB).

„Nachmittags Psychoanalyse, abends Revolutionstheorie, dazwischen Medikamente“: Tony Judt Das vergessene 20. Jahrhundert (Hanser).

Sensation in Düsseldorf: Die Vorstudie zu George Grosz’ seit 1933 verschollenem Gemälde Deutschland, ein Wintermärchen wurde in einer Düsseldorfer Galerie entdeckt.

Bilder und Zeiten
Paul Ingendaay über die bedeutendsten argentinischen Autoren der Gegenwart.

Julio Cortázars Erzählung mit einem tiefen Wasser kommt, neu illustriert von Franziska Neubert am 20. September in den Tollen Heften auf den Markt.

Frankfurter Anthologie – ein Gedicht von Gottfried Keller, und Gabriele Wohmann rezensiert die 1998 bei Insel erschienenen Gedichte in einem Band von Keller.

„Duell zweier Lügner“: Michael Köhlmeier großer kleiner Roman Madalyn (Hanser) – Sandra Kegel sieht in diesem Buch einen Gegenentwurf zum großen Jahrhundertpanorama Abendland.

„Gottes Werk und Doktors Beitrag“: Michael Kleeberg und sein Roman Das amerikanische Hospital (DVA)

„Der Messias aus der Retorte“: Doron Rabinovicis kluger Roman Andernorts (Suhrkamp).

Die Welt

Hatten wir gestern schon: [mehr…]. Nachzutragen bleiben die Taschenbücher der Woche (Buch der Woche ist Hettche Die Liebe der Väter (KiWi):

Jörg Echternkamp Der Zweite Weltkrieg (C.H. Beck), Holger Ehling England, glorious England (Ch. Links), Ralph Hartmann Die DDR unterm Lügenberg (Edition Ost) und Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt (KiWi). – Ein paar Annotationen hätte es noch, wer sie lesen will, folge unserer allsamstäglichen hier zu findenden Aufforderung nach dem Gang zum Kiosk…

Süddeutsche Zeitung

Neu im Internat-Dating-Markt: „Wie findet man einen literarischen Partner?“ Wer’s probieren will, sollte aber gut englisch können, denn hier gibt’s diesen Kuppeldienst noch nicht…

Die Gema hat sich eine blutige Nase gegen Youtube geholt – eine EV gegen das Portal wurde abgelehnt, weil das Fehlen von Lizenzverträgen nun schon ein paar Tage bekannt ist…

Wie Goethe den 28. 8. 1786 (also seinen Geburtstag] beging, was er in der Feierrunde verschwieg: Hier (Briefe. Historisch-kritische Ausgabe Band 6, Akademie Verlag, kann man es natürlich nachlesen. Wir wissen es jetzt auch, bleiben aber diskret. Wollen ja keinem die Spannung bei der Lektüre nehmen…

Annotationen
Thomas Willmann Das finstere Tal (Liebeskind) und Julian Dawson Nicky Hopkins (Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann).

In der Wochenendbeilage noch ein großes Interview mit Elisabeth Badinter, die sich in ihrem jüngsten Buch (kommt Anfang September bei C.H. Beck) die Ökobewegung mal vornimmt.

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