Vor einigen Tagen wurde endlich die Tagesordnung für die Sitzung auf dem Branchenparlament verschickt. Ihr einziges Thema leistet nun offensichtlich einigen Gerüchten Vorschub, die sich bereits um die zögerliche Bekanntmachung ranken.
Das fast einzige Thema ist libreka! Wie schon durchsickert scheint die MVB auf der Suche nach einem neuen Geschäftsmodell für das Projekt zu sein. In Berlin hatte Ronald Schild bereits Handlungsnotwendigkeiten geschildert, die die Branche aber nicht mittragen wollte. Und schon bei den letzten Sitzungen im Branchenparlament traten die Konflikte zwischen der Wirtschaftstochter des Börsenvereins und den wirtschaftlichen Interessen der Mitgliedsunternehmen immer schärfer zu Tage. Auf der Buchmesse machte bereits das Gerücht die Runde, KNV wolle die Geschäftsaktivitäten von libreka! übernehmen.
Wie im aktuellen BuchMarkt-Heft nachzulesen (S. 28), dementieren beide Seiten diese Gerüchte, aber eher halbherzig. Oliver Voerster sprach immerhin von einer intensiveren Zusammenarbeit, die auf dem Branchenparlament beschlossen werden könnte. Von anderer Seite ist dabei zu hören, dass mit weiteren Mitgliedsunternehmen bereits gesprochen werde. Darüber macht sich bereits Unmut breit, denn über die Vorabgespräche hinter dem Rücken der Branche zeigen sich erste Branchenmitglieder nicht amused.
In der Tat lässt sich vorstellen, dass noch einige andere erst mitreden wollen, bevor sie vor vollendete Vorschläge gesetzt werden wollen. Andere warnen bereits unverhohlen: „Es wird ja wohl nicht Strategie der MVB oder des Börsenvereins sein, analog zur BAG jetzt mit libreka! erst ein Geschäft teuer aufzubauen, dann an die Wand zu fahren, darauf auf Kosten der Mitglieder mit Ach und Krach zu sanieren und am Schluss an einen externen zu veräußern…“
Wir bleiben dran.