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Buchpremiere für Thelen-Briefe im Düsseldorfer Heine Haus

v.l.: Ulrich Faure, Kathleen Morgeneyer,
Jürgen Pütz

Wann und wo immer der Autor Albert Vigoleis Thelen zu erzählen anfing, wurde es große Literatur. Ob in seinem Hauptwerk, Die Insel des zweiten Gesichts, ein Longseller seit dem Jahr 1953, oder in Briefen an seine Familie oder Freunde.

Vieles, was später in sein literarisches Hauptwerk mündete, ist in seinen Briefen vorbereitet. Die nun erstmal in einer repräsentativen Auswahl für die Jahre 1929 bis 1953 bei DuMont erschienen sind. Titel: Meine Heimat bin ich selbst. Viele originäre Thelen-Geschichten gibt es aber nur in seinen Briefen; die, und darüber spekuliert die Literaturwissenschaft seit Jahren, durchaus seinem Hauptwerk zuzurechnen sind.

Gestern abend stellten die Herausgeber, BuchMarkt-Redakteur Ulrich Faure und der Literaturwissenschaftler (und PR-Spezialist) Dr. Jürgen Pütz, diese Ausgabe im vollbesetzten Düsseldorfer Heine Haus vor. Eingeladen hatten die Literaturhandlung Müller & Böhm und die Kunststiftung NRW.

Die Referenten unternahmen eine Zeitreise von Thelens Anfängen als literarischer Übersetzer, über Exil- und Nachkriegszeit bis hin zum „Happy End“, dem Erscheinen seiner 1000seitigen Insel, ein Buch, das bis heute in mehr als 100.000 Exemplaren verkauft wurde. Gezeigt wurden zahlreiche Bilder, die erstmals im Buch veröffentlicht sind und eine seltene Filmsequenz, die beweist, wie urkomisch Thelen aus banalem Alltagsgeschehen Außerordentliches zu machen verstand. In einem Tondokument erzählt Thelen die schwierige Verlagsgeschichte seines Buches (es erschien 1953 zeitgleich in Amsterdam und Düsseldorf) – und diese Verlagsgeschichte hat eine ganz aktuelle Fortsetzung erfahren: Seit zwei Tagen ist eine erste englische Übersetzung des Mammutwerkes auf dem Markt.

Gelesen wurden die Originaltexte von der Schauspielerin Kathleen Morgeneyer, derzeit engagiert am Frankfurter Schauspielhaus, Düsseldorfer Literaturfreunden ab noch wohlbekannt durch viele Lesungen im Heine Haus. Die Moderation hatte Dr. Lothar Schröder von der Rheinischen Post übernommen – und sachkundiger konnte es nicht sein: Schröder hat über Thelen promoviert.

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