Die Verlegerin Antje Kunstmann stammt aus dem bayerischen Bad Kissingen und studierte in Frankfurt/Main und München Pädagogik. Sie nahm aktiv an der 68er-Studentenbewegung teil. Ihren ersten Job fand sie als studentische Aushilfskraft im Raith Verlag, dessen Verleger im Hauptberuf Assistent an der Pädagogischen Hochschule München war.
In diesem Verlag gab sie noch als Studentin die Reihe „Materialien zur Frauenemanzipation“ heraus, die sie aus dem Konkurs herauskaufte, als Raith aufgeben musste. Raith hatte zuvor den Weismann Verlag, einen der ersten kollektiv geführten Verlage dazugekauft, den nach dem Konkurs Peter Weismann, Sohn des Verlegers Willi Weismann (1909 – 1983), zusammen mit Antje Kunstmann erwarb. Gemeinsam liehen sich die beiden von Freunden 20.000 DM, um damit den gemeinschaftlichen Verlag mit einem Verlagsbüro, aber zwei Namen zu starten. Antje Kunstmann wählte für ihren Verlagsteil den Namen Frauenbuchverlag.
1990 schied Peter Weismann aus dem Unternehmen aus. Antje Kunstmann fasste nunmehr die beiden Verlagsteile unter ihrem eigenen Namen zusammen, und damit begann die eigentliche Erfolgsgeschichte, beflügelt durch den Beststeller Der kleine Erziehungratgeber von Axel Hacke, seinerzeit Kolumnist der Süddeutschen Zeitung und ihres Supplements SZ-Magazin (1992).
Aus der 33-jährigen Verlagsgeschichte seien nur einige Autorennamen herausgehoben: Fay Weldon, Rafael Chirbes, Tim Parks, Barbara Gowdy aus der Belletristik, Marie Marcks, F.W.Bernstein, Chlodwig Poth, Eckhard Henscheid, Wiglaf Droste aus der Abteilung Witz, Satire, Ironie sowie Donata Elschenbroich, Hermann Scheer, Naom Chomsky aus dem Sachbuchprogramm.
Alles Namen, die gleichzeitig für Qualität wie für buchhändlerischen Erfolg stehen. Es klingt beinahe selbstverständlich, dass Antje Kunstmann im Jahre 2006 von den BuchMarkt-Lesern zur „Verlegerin des Jahres“ gewählt wurde. Die Stadt München, in der der Verlag von Anfang an ansässig ist, verlieh ihr im Jahre 2009 die Medaille „München leuchtet – Den Freunden Münchens“ in Silber. Die Bezeichnung lehnt sich an die Novelle Gladius die von Thomas Mann an, die mit den Worten „München leuchtete“ beginnt.







