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Econ-Autor Domscheit-Berg will WikiLeaks-Plattform gründen / Wikipedia-Schatzmeister zurückgetreten

WikiLeaks-Aussteiger Daniel Domscheit-Berg will es offenbar jetzt selbst besser machen. Noch im Dezember will er eine eigene Internet-Plattform in Deutschland gründen. Das kündigte der 32-Jährige, von dem demnächst auch ein Buch im Econ Verlag erscheint, im Nachrichtenmagazin Focus an.

Demnach sollen bei Domscheit-Berg im Gegensatz zu WikiLeaks die Absender selbst bestimmen, wer ihre Dokumente veröffentlicht. Die Plattform will nur die technische Infrastruktur zur Verfügung stellen, über die geheime Dokumente sicher verschickt werden können. Vor allem werde diese Internetplattform transparenter sein als WikiLeaks, so Domscheit-Berg gegenüber Focus.

Inzwischen ist Wikipedia-Schatzmeister Jens Leschmann, 52, zurückgetreten, berichtet der Spiegel. Leschmann, der auch als Kreditsachverständiger arbeitet, werde durch die aktuelle Berichterstattung rund um die geheimen US-Botschaftsdepeschen mit WikiLeaks assoziiert, heißt es. Tatsächlich hat Wikimedia als Unterstützer von Wikipedia nichts mit dem Informantenportal WikiLeaks zu tun. „Mehrere Kunden haben mich auf WikiLeaks angesprochen. Drei Auf träge habe ich deshalb schon verloren. Das ist geschäftsschädigend und existentiell bedrohlich für mich“, begründet Leschmann seine Entscheidung.

Inzwischen klärt das Online-Portal WinFuture, warum Online-(Buch-)Händler Amazon letzte Woche Wikileaks von seiner Plattform genommen habe. Nicht politische Einflussnahme sei der Grund gewesen, auch die DDoS-Attacke gegen Wikileaks war nicht der Grund für die Kündigung, heißt es aus Seattle, sondern man habe sich des Passus‘ in den allgemeinen Geschäftsbedingungen erinnert, wonach der Kunde die Rechte an den Inhalten besitzen muss, die er über seine gemieteten Server vertreibt. Zudem dürfe mit den angebotenen Daten keine dritte Person verletzt werden. Mit den US-Botschaftsberichten verletzt Wikileaks diesen Punkt der Nutzungsbedingungen. „Die Verantwortlichen bei Amazon können sich nicht vorstellen, dass in den über 250.000 Dokumenten nicht eine gefährliche Information enthalten ist“, heißt es demnach.

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