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Marilyn Monroe-Ausstellung im Ikonen-Museum Frankfurt

Marilyn Monroe, Bild von Alexander Timofeev

Im Ikonen-Museum in der Brückenstraße 3-7 in Frankfurt wurde am 14. Dezember eine Ausstellung zu Marilyn Monroe eröffnet. Blasphemie? Kuratorin Dr. Snejanka Bauer sieht das anders: „Es gibt Gemeinsamkeiten von Andy Warhols Siebdrucken von Marilyn Monroe und Gottesmutterikonen: die kompakte Form, die streng umrissene Konturlinie, die hohe Stilisierung und der serielle Charakter. Es geht nicht darum, tief empfundenen Glauben zu diskreditieren, sondern darum, kulturelle Phänomene in Beziehung zu setzen und einzuordnen.“

Die Exposition zeigt etwa 400 Stücke, viele darunter wurden noch niemals öffentlich ausgestellt. Das ist vor allem Ted Stampfer zu verdanken, der über 300 Exponate aus seiner mehr als 600 Teile umfassenden Sammlung als Hauptleihgeber zur Verfügung stellte. Seit über 20 Jahren ist er auf der Suche nach Stücken, die etwas mit Norma Jeane zu tun haben.

Als Anna Strasberg, Witwe des 1982 verstorbenen Schauspielers und Schauspiellehrers Lee Strasberg, 2007 bei Aufräumarbeiten in ihrem Haus auf zwei Kartons mit Papieren stieß, staunte sie: Der Inhalt gehörte zum persönlichen Besitz Marilyn Monroes, der nach ihrem Tod an Lee Strasberg ging. Ihre Kleider, Kosmetika und Bilder waren ihrem letzten Willen entsprechend längst verschenkt oder kamen caritativen Zwecken zugute, ein Teil war auch 1999 versteigert worden – in diesem Jahr begann die Sammelleidenschaft von Ted Stampfer. Die beiden Kartons jedoch gerieten in Vergessenheit und blieben jahrelang unentdeckt. Es hat noch eine Weile gedauert, bis im Herbst dieses Jahres das Buch Marilyn Monroe. Tapfer lieben, erschienen im S. Fischer Verlag, auf der Buchmesse präsentiert werden konnte [mehr…]

Dr. Richard Zacharuk, Leiter des Ikonen-Museums, geht es in der Ausstellung um den Mythos MM. „Die jungen Leute heute kennen Marilyn Monroe durch ihre Bilder, nicht, weil sie ihre Filme gesehen haben. Bei den Ikonen-Darstellungen ist das ähnlich“, spannt er den Bogen zur Thematik des Hauses.

Im unteren Raum und auf der Galerie sind nicht nur Bilder, Zeitungsausschnitte, Filme und Bücher zu sehen, sondern auch ganz persönliche Gegenstände der Schauspielerin: zwei Paar (von noch elf vorhandenen Paaren) Ferragamo-Schuhe, der berühmte rote Seidenmorgenmantel, die von Marilyn geliebte und oft getragene Pepita-Hose. Sogar ihr Lockenwickler sind ausgestellt; wenn man sehr genau hinschaut, kann man noch Haare von ihr darin entdecken.
Das älteste Ausstellungsstück ist ein Gesangbuch von 1937, das Norma Jeane Mortensen, geboren am 1. Juni 1926, besaß. Es gibt außerdem ein Tagebuch und einen Terminkalender mit handschriftlichen Eintragungen von Marilyn.
An der schmalen Wandseite des unteren Raumes hängt ein großes Schwarz-Weiß-Bild, es zeigt MM mit fast geschlossenen Augen. Alexander Timofeev hat es in Mischtechnik gestaltet. Es ähnelt den Ikonen-Darstellungen, die aus der orthodoxen Kirche bekannt sind.

„Alles was ich will, ist geliebt zu werden“, sagte Marilyn Monroe einmal. Der große Star war sein kurzes Leben lang danach auf der Suche.

Die Ausstellung, die bis zum 28. Februar 2011 zu sehen ist, ermöglicht eine besondere Begegnung mit Marilyn Monroe und zeigt die vielen Facetten der Frau, deren Tod am 5. August 1962 Millionen Menschen erschütterte.
Zur Exposition ist das Buch Die Ikone Marilyn Monroe im Verlag Heinrich Editionen Frankfurt erschienen.
JF

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