Wie der Folio Verlag soeben mitteilt, erhält Bora Ćosić in diesem Jahr den Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz.
Das Kuratorium zur Vergabe des Internationalen Stefan-Heym-Preises ehre damit einen großen Erzähler, Satiriker und auch Kritiker Süd-Ost-Europas, heißt es in der Begründung. „Mit seinem Buch Das Land Null (Suhrkamp 2004) habe er Slobodan Milošević eine philosophisch fundierte literarische Absage erteilt, die radikaler nicht zu denken ist“, heißt es wörtlich.
Ćosić, 1932 in Zagreb geboren, lebte bis zu seiner Emigration 55 Jahre in Belgrad und seit 1992 im deutschen Exil in Berlin sowie in Rovinj (Kroatien). Schon Ende der 60er Jahre hat Bora Ćosić mit dem ironisch-clownesken Buch ‚Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution’ (Suhrkamp 1994) den Untergang Jugoslawiens aus der Perspektive eines Kindes vorausgesagt. „Mit der Entscheidung würdigt das Kuratorium auch diese politische bedeutende, aufklärende Rolle von Ćosić – ein politischer Schriftsteller wie Stefan Heym, der Namensgeber des Preises.“
Jüngst hat Ćosić seine Bücher beim Folio Verlag veröffentlcht, so Die Vogelklasse. Am 26. Januar erscheint dort Im Ministerium für Mamas Angelegenheiten.







