
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
Clemens J. Setz versucht sich als Marionettenkünstler: Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes (Suhrkamp).
Das Literaturmagazin zur Leipziger Buchmesse
Salman Rushdie und sein erstes Jugendbuch Luka und das Lebensfeuer (Rowohlt).
„Songtexte sind Dichtung“: Großes Interview mit Wolfgang Niedecken, Julie Zeh und Sven Regener. Von Juli Zeh gibt’s neu die CD zum Roman Corpus Delicti (Schöffling), Niedecken hat seine Autobiographie Für `ne Moment bei HoCa publiziert, Regener seine „Logbücher“ Meine Jahre mit Hamburg-Heiner bei Galiani.
„Das Leben ist nicht lustig“: Bora Cosics Im Ministerium für Mamas Angelegenheiten (Folio) erzählt vom Belgrad der vierziger Jahre und das „abgeklärteste Buch“ zum Serbienschwerpunkt der Messe.
Das Debüt von Orhan Pamuk Cevdet und seine Söhne (Hanser).
„Im Rückwärtsgang auf den Randstraßen“: Peter Handke Der Große Fall (Suhrkamp).
Tanja Dückers sieht das alte Westberlin mit den Augen eines Teenagers: Hausers Zimmer (Schöffling).
Zsuzsa Bánk erinnert sich an Die hellen Tage ihrer Kindheit am Neckar (S. Fischer).
„Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“: Birgit Vanderbeke Das lässt sich ändern (Piper).
Ein selbstironischer Künstlerroman: Michel Houellebecq Karte und Gebiet (DuMont).
„Mein lieber Schwan“: Thomas Harlans knappes Buch über seinen Vater Veit (Rowohlt).
„Die Mutter aller Dylan-Biographien ist zurück“: Am 24. Mai erscheint die Neuausgabe von No Direction Home von Robert Shelton (Edel). Mehr zu Dylan: Greil Marcus Basement Blues (Rogner & Bernhard), Klaus Theweleit How does it feel (Rowohlt) und Michael Endepols Bob Dylan von A-Z (Reclam).
Vom Sound der Bücher
Colson Whitehead Der letzte Sommer auf Long Island (Hanser).
Elke Heidenreich, Tom Krausz Dylan Thomas (Knesebeck).
Patti Smith 1969-1976 (Knesebeck).
Oliver Hilmes Franz Liszt (Siedler).
Hans Neuenfels Wie viel Musik braucht der Mensch (Pantheon).
Hervé Bourhis Das kleine Beatles-Buch (Carlsen),
Søren Mosdal Hank Williams. Lost Highway (edition moderne).
Sachbuch
“Disziplin statt Erotik”: Hannelore Schlaffer Die intellektuelle Ehe. Der Plan vom Leben als Paar (Hanser).
„Die höhere Kunst des Abschreibens“, nein, nicht schon wieder ein Buch vom Oberplagiator Guttenberg: David Shields Reality Hunger. Ein Manifest (C.H. Beck).
„Nichts wird besser, alles wird gut“: Kai-Hinrich und Tim Renner Digital ist besser (Campus).
„Ruhig im Auge des Sturms“: Gerhard Schulze Krisen. Das Alarmdilemma (S. Fischer).
Das Globalisierungsparadox: Dani Rodrik (C.H. Beck) empfiehlt, etwas Sand ins Getriebe der Wirtschaftskräfte zu streuen.
Die europäische Geschichte des 1. Jahrtausends n. Chr.: Peter Heather Invasion der Barbaren (Klett-Cotta).
Kinder- und Jugendbuch
Das Dilemma der Großstadt-Jugendlichen: Michael Wildenhain Blutbrüder (Ravensburger).
„Schlimme neue Welt“: Suzanne Collins Die Tribute von Panem (Oetinger).
„Altwerden ist nichts für Feiglinge“: Paul Maar und Katharina Grossmann-Hensel Als Herr Martin durchsichtig wurde (Oetinger) und Kristien Aertssen Als Oma ein Vogel wurde (Gerstenberg).
Per Olov Enquist Großvater und die Schmuggler (Hanser).
Mirjam Pressler Ein Buch für Hanna (Beltz & Gelberg).
Tom Angleberger Yoda ich bin! Alles ich weiß! (Baumhaus).
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Kleine Meldung zur gestrigen E-Book-Pressekonferenz des Börsenvereins [mehr…]: „Deutsche lesen lieber Gedrucktes“.
Isländische Bücher als Vorboten für die Frankfurter Buchmesse:
Huldar Breidfjörd Liebe Isländer (Aufbau),
Gyrdir Elíasson Ein Eichhörnchen auf Wanderschaft (Walde+Graf),
Sjón Das Gleißen der Nacht (S. Fischer),
Indridi G. Thorsteinsson Taxi 79 ab Station (Transit) und
Die Saga-Aufnahmen (Supposé).
Birgit Vanderbeke erzählt von bürgerlichen Querelen: Das lässt sich ändern (Piper).
Eine polnische Putzfrau packt aus: Justyna Polanska Unter deutschen Betten (Droemer Knaur).
Michael Martens über serbische „Autoren von Weltformat“, in Deutschland bislang eher unbekannt. Das könnte sich mit der Leipziger Buchmesse endlich ändern.
Süddeutsche Zeitung
Die Literaturseite beschäftigt sich mit dem Schwerpunktland Serbien.
Unter „Der Singsang des Fluchens“ gibt es zum einen ein Portrait über den Autor Milan Danojlic, dessen Roman Mein lieber Petrovic bei Suhrkamp erschien.
Zum anderen stellt Autor Sreten Ugricic die Frage an sein Land, das Teil Europas sein möchte, „wer sind wir?“. Sein Buch An den unbekannten Helden erschien in der Edition Balkan bei Dittrich.
Heute mit der Literaturbeilage zur Leipziger Buchmesse:
Literatur
„Da rumort ein Kind“: In seinem Roman Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes öffnet Clemens J. Setz eine Kiste voller Schreckensbilder und erreicht das Erzähllevel jenseits des Realismus, dabei schwankt Setz bei seiner Suche nach einer surrealistisch gefärbten deutschen Prosa und stürzt manchmal ab.
„Saint Michel“: Michel Houellebecqs neuer Künstleroman Karte und Gebiet ist ein Meisterwerk, er sagt auf neue, ungeahnte Weise „j’accuse“.
„Der kommende Aufstand“: Der Verlag Wagenbach präsentiert in dem Sammelband Junge italienische Literatur, in der die beiden Herausgeber und Einaudi-Lektoren Paola Gallo und Dalia Oggero die Aufbruchstimmung bei jungen italienischen Autoren dokumentieren.
„Das Partisanentum wider sich selbst“: Die Brücke über die Drina von Ivo Andric ist nach wie vor ein großer Roman und in neuer Übersetzung bei Zsolnay erschienen, über die Thomas Steinfeld vor lauter Begeisterung sein Urteil vergisst.
Robert Franks Fotografien der Ortschaft Panggnirtung (so auch der Titel) am Polarkreis sind zu schön, um traurig zu sein (Steidl).
„Die junge Pionierin und der Nasse, verwahrloste Hund“: Peggy Mädler hat mit Legende vom Glück des Menschen einen erstaunlichen Debutroman über das Leben der DDR vorgelegt.
„Die Heiterkeit der Verkargung“: In ihrem Roman Wie geht es Georg Laub? macht Silvia Bovenschen einen Schriftsteller zum „Einzelkunstidioten“ und hetzt ihm Facebook-Pulks auf den Hals (S. Fisher).
„Junge Männer in Halbtrauer“: Uwe Timms Novelle Freitisch erzählt von einer Wallfahrt zweier Studenten zu dem Einsiedler Arno Schmidt (Kiepenheuer & Witsch).
„Dibbuks trinken Espresso“: Adriana Altaras erzählt in Titos Brille eine jüdisch –jugoslawische Familiengeschichte, wobei der Protagonist nicht nur literarischen Figur werden kann.
„Das Gespenst unterm Bett“: David Albahari verzaubert in seinen Prosaminiaturen unter dem Titel Die Kuh ist ein einsames Tier die Dinge des Alltags.
„Die böse Lust“: Die Erzählungen von Joyce Carol Oates sind bei Eichborn, Die andere Bibliothek in neuer Übersetzung erschienen oder es sind bisher unbekannte, genau kann sich Rezensent Burkhard Müller nicht entscheiden.
„Das Flüstern des Ausweisungsbeamten“: In seinem neuen Roman Wo wart ihr, als die Finsternis hereinbrach (Suhrkamp) ruft der türkische Autor Mario Levi den kosmopolitischen Geist gegen den Nationalismus zur Hilfe, in dem er über das Zusammenleben unterschiedlicher Völker in der Türkei schreibt.
„Wetterleuchten beim Steak Dinner“: Joseph Mitchell war der Wegbereiter des New Journalism und einer jener genialischen Autoren, die Großes schrieben, um dann zu verstummen. Seine Texte aus den ersten Jahren beim New Yorker sind endlich unter McSorley’s Wonderful Saloon bei Diaphanes auf Deutsch erschienen.
„Vom Schneeverrat“: Herta Müllers Auskünfte zur Literatur sprechen Klartext – eine Pflichtlektüre, die in die Lesebücher gehört, erschienen unter Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel bei Hanser.
An Sachbüchern wird empfohlen
„Die Faulen und Habgierigen verändern die Welt“: Ian Morris versucht in seinem Buch Wer regiert die Welt? (Campus) nichts geringeres als die Grundmuster der Geschichte zu entschlüsseln.
„Vom Fleisch gefallen“: Ein Jahr lang aß Karen Duve ethisch korrekt und lernte dabei mir Inkonsequenzen umzugehen, wie sie in Anständig essen berichtet (Galiani).
„Der schmale Grat“: Erzählen als literarisches Kidnapping: In Reality Hunger plädiert David Shields für eine Zeitdiagnostik mit dem Teppichmesser.
„Man trinkt wie man lebt“: Thomas Kochan besichtigt in Blauer Würger (Aufbau) die alkoholkonzentrierte DDR.
„Der Führer war ein Zitterer“: In Hitlers erster Krieg hat der Historiker Thomas Weber den Mythos des tapferen Frontsoldaten Adolf Hitler entzaubert (Propyläen).
„63 Thron-Jahre“: Queen Victoria ist eine gut lesbare Biografie über dieselbe, die Karina Urbach bei C.H.Beck herausgegeben hat.
„Das Gesetz des Affen“: In Das Prinzip Empathie beschreibt Frans de Waal lauter Nettigkeiten unter den Primaten und will damit zeigen, was wir von der Natur für eine bessere Gesellschaft lernen können (Hanser).
„Anbetung des Menschen, die Liebe zu fühlen vermögen“: In Caroline von Humboldt erzählt Dagmar von Gersdorff von einer begeisterten Mutter, Freundin Goethes und Schillers, Liebhaberin der Künste, die eine enorme erotische Anziehungskraft besaß (Insel).
„Raubtierkapitalismus aus dem Regenwald“: Andrea Böhmss großartige Reportage zeigt in Gott und die Krokodile (Pantheon), dass der Kongo mitten in der Weltgeschichte steht.
„Dem Himmel noch näher sollte man die Kriege nicht bringen“: Dietmar Süss beschreibt in einem packendem Vergleich, wie Nazideutschland und Großbritannien im Zweiten Weltkrieg auf die Bombardements aus der Luft reagierten, Tod aus der Luft, Siedler.
An Hörbüchern wird besprochen
„Schwache Leute sind nicht harmlos“: Ein Hörspiel nach Philip Roths Roman ist Empörung beim Hörverlag.
„Speiseeis vom Staat ist einfach Wahnsinn“: auf Müller MP3 gibt es 36 Stunden Heiner Müller im Gespräch, als Redner, eigene und fremde Texte lesend.
Annotiert werden unter :
> „Dank dem Nagellack“: Chris Cleave: Little Bee, Audioverlag
> „Lohengrin zeiht das große Los“: Hausschatz Deutscher Sagen, Audiobuch
An Reisebüchern wird empfohlen
„Das Beste vom Schlimmen“: Martha Gellhorn erzählt in Reisen mit mir zu tun über fünf Schreckenstouren mit sich selbst (Dörlemann).
„Hinter dem Horizont geht es weiter“: In Unerkannt durch Freundesland berichten Cornelia Klauß und Franck Böttcher über illegale Reisen von DDR-Bürgern durch die Sowjetunion.
„Kaiser, Rössl, Widerstand“: In Auf ins Salzkammergut der neuen Folio-Reihe 55 Reiseverführungen berichtet Julia Kospach über Skurriles im Salzkammergut.
Die Welt
Heute nix.
NZZ
„Das Leben der Artefakte“: Horst Bredekamp Theorie des Bildakts (Suhrkamp)
Die finsteren Winkel eines Elite-Internats: Colin McAdam Fall (Wagenbach)
Jean Pierre Abrahams Tagebuch eines Leuchtturmwärters auf Deutsch: Der Leuchtturm (Jung und Jung)
Annotationen
Luljeta Lleshanaku Kinder der Natur (Edition Korrespondenzen).
Ilse Helblich Fremde (Droschl).
Matei Chihaia Promovieren über Proust (Marcel-Proust-Gesellschaft).