
Heute Abend war in der Düsseldorfer Buchhandlung Müller & Böhm die Autorin Zsuzsa Bánk zu Gast. Sie las aus ihrem Roman Die hellen Tage, erschienen im S. Fischer Verlag.
Selinde Böhm und Rudolf Müller begrüßten außerdem als Moderator den Journalisten Martin Krumbholz. Die hellen Tage zeigt drei Familien, die auf unterschiedliche Arten unvollständig sind. Die Kinder Seri, Aja und Karl bilden ein „Dreieck“, das auf die Probe gestellt wird, als sie erwachsen werden. Seris Vater ist gestorben, Ajas Vater ist den meisten Teil des Jahres nicht bei Frau und Tochter, Karls Eltern leben getrennt, sein Bruder ist verschwunden.
„Was mich interessiert hat, ist die Frage: Wie lebt es sich weiter, nachdem jemand weggerissen wurde?“, erklärte Zsuzsa Bánk. Es gehe in ihrem Buch nicht so sehr um abwesende Väter, sondern um Menschen, die fehlen. Und um die Zurückbleibenden, die alle mit den Abwesenden weiterleben.
Die hellen Tage ist ein Buch, das seine Spannung aus der Ruhe der Beobachtungen der Ich-Erzählerin schöpft, die auch in dramatischen Momenten präzise wie poetisch erzählt. Die Stimme der Autorin bei der Lesung spiegelte die Musikalität ihres Textes auf das Schönste, man hätte ihr noch lange zuhören können.