
Gestern ist die größte italienische Buchmesse, der Salone Internazionale Del Libro Torino, zu Ende gegangen. Sie fand vom 12. bis zum 16. Mai zum 24. Mal in dem von Renzo Piano erbauten ehemaligen Fiat-Gebäude am Lingotto Fiere statt.
Und natürlich stand dieses Jahr die Messe ganz unter dem Zeichen des 150. Jahrestages der Einigung Italiens: Den Besucher erwartete ein völlig neues Design und eine erweiterte Ausstellungsfläche, die neuerdings auch mit der Metro erreichbar ist.
Neben den üblichen drei Messehallen wurde dieses Jahr auch die 20.000 qm große ehemalige Olympiahalle von 2006 genutzt. Dieses „Oval“ beherbergte unter anderem die literarische Ausstellung „1861-2011 L’Italia dei Libri“, die die literaturgeschichtlichen Höhepunkte zeigte sowie die Gemeinschaftspräsentation der einzelnen Regionen Italiens und den Bereich „Libro e cioccolato“, wo die Besucher Schokoladen aus dem Piemont probieren konnten.
Auch das „Bookstock Village“, das die kleinen Besucher mit Vorlese- und Bastelräumen lockte, war in diese Halle verlagert worden und hatte somit in Halle 5 dem International Book Forum (IBF) Platz gemacht, das zum 10. Mal von Agenten und Verlegern zum regen Lizenzhandel genutzt wurde. Gioia Russo von der Frankfurter Buchmesse, zuständig für die Region Südeuropa, erscheint die diesjährige Messe zwar größer mit einer weiteren Halle, aber sie meint, das liege „eher an den Aktivitäten zur Unità Italiens und neuen Sparten wie Musikalienhandel“, die sehr präsent in Halle 1 waren – und weniger an neuen Ausstellern.
Gastland war dieses Jahr Russland, das die Besucher mit vielen russischen Autoren und Lesungen lockte. Zum zweiten Mal konnten die Messebesucher den Gewinner des „Premio Salone Internazionale del Libro“ an Monitoren wählen und sich zwischen Javier Cercas, Assia Djebar und Anita Desai entscheiden.
Seinen zweiten Messeauftritt feiert auch der deutsch-italienische Postkartenverlag L‘ Isola di Carta, der mit seinen literarischen Karten ein in Italien bisher unbekanntes Terrain betritt. Jungverleger Pierre Horn: „Wir sind sehr zufrieden und haben viele interessante Gespraeche geführt.“ Auch sein italienischer Kollege David Bernardini von Minerva Pictures Group betont die Wichtigkeit der Messepräsenz: „Es ist für uns eine gute Möglichkeit, Werke von Regisseuren und Künstlern wie beispielsweise Ugo Nespolo zu praesentieren“, der am Freitag auf der Messe zugegen war.
Und nachdem dieses Jahr ein wichtiges Jubliäum im Mittelpunkt stand, schließt sich gleich im kommenden Jahr ein weiteres an: Der Salone feiert dann seine 25. Ausgabe.