Home > Aus- und Weiterbildung > Ungenaue Führung der Warengruppenstatistik verhindert Umsätze / 8er Club in neuer Zusammensetzung /Bilder vom Alumni-Treffen

Ungenaue Führung der Warengruppenstatistik verhindert Umsätze / 8er Club in neuer Zusammensetzung /Bilder vom Alumni-Treffen

Zum 4. Alumni-Treffen der Wirtschaftsfachverlage, das gestern zu Ende ging, präsentierte sich der ausrichtende 8er Club der Wirtschaftsverlage in neuer Zusammensetzung. Neu in der Vereinigung sind die Verlage Linde und Finanzbuch. Sie ersetzen die Positionen der Verlage Schäffer Poeschel und Gabler.

Mit der neuen Zusammensetzung erhält der 8er Club eine stärkere Ausrichtung auf das populäre Sortiment. Auch bei Hanser werden sich zukünftig Änderungen ergeben. So werde das Wirtschaftsbuch in die Taschen der Belletristik-Vertreter wandern, berichtete Fachbuch-Vertriebsleiterin Dubravka Hindelang. Gemeinsam bieten die Verlage mit einem Basis- und einem Fortgeschrittenenkurs Fortbildungen für die Wirtschaftsabteilungen an. Einmal im Jahr kommen die Teilnehmer dieser Kurse zu einem Alumni-Treffen zusammen.

Mit über 30 Sortimentern war das Treffen, das in diesem Jahr erstmals über zwei Tage verteilt stattfand, wieder gut besucht, obwohl sie dafür bereits am Sonntag angereist waren. Den nutzten die Kollegen gleich dafür, vor dem Versand bereits die Vorschauen der Verlage durchzusehen, die Trends für den Herbst herauszuarbeiten und gemeinsam über mögliche Aktionsideen zu einzelnen Titeln oder Trendthemen zu erarbeiten.

Bedauert wurde, dass Verkäufe aus dem Wirtschaftsbuch häufig nicht in der entsprechenden Warengruppe gebucht werden und es von daher bei den Geschäftsleitungen der Buchhandlungen zu statistischen Verzerrungen komme. Häufig laufen Wirtschaftsbücher unter dem Segment Sachbuch. Oder das Sachbuch- und Wirtschaftsbuchregal würden so weit voneinander getrennt, so dass das Segment die Wahrnehmung der Kunden verfehle. Dadurch würden Wirtschaftsabteilungen ihrer Potenziale beraubt.

„Da muss ein Umdenken stattfinden“, forderte denn auch Ursula Rosengart, Geschäftsführerin vom GABAL Verlag. Und Econ-Chef Jürgen Diessl sekundierte: „Grundsätzlich ist es egal, unter welcher Regalüberschrift der Umsatz gemacht wird, aber dadurch sollten für ein Segment nicht die Anstrengungen im Marketing zurückgefahren werden.“

Das Potenzial des Wirtschaftsbuches sei noch längst nicht ausgeschöpft, berichteten auch Abteilungsleiter aus den Buchhandlungen. Sie beklagten, dass durch unsaubere Statistiken der Erfolg ihrer Leistung in den jeweiligen Abteilungen von den Geschäftsleitungen der Buchhandelsunternehmen nicht immer gesehen werden. Insbesondere wenn Titel aus ihren Abteilungen zu Bestsellern avancierten. Sie wünschten sich oft mal mehr Freiheiten für Aktionen in diesem Segment.

In diesem Jahr hatten die Organisatoren ein Oberthema gewählt, das auch dem Sinn des alljährlichen Treffens überhaupt zu Grunde liegt: „Networking“. Durch die neuen Medien und einer daraus entstehenden neuen Kultur der Vernetzung gibt es zunehmend neue Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen und zum richtigen Zeitpunkt auf die richtige Art zu nutzen, wie Dr. Andreas Lutz am zweiten Tag deutlich machte.

Den Autor brachte Linde-Chef Dr. Oskar Mennel als Morgengabe in die Runde ein. Er belebte den Zusammenschluss durch eine neues, internationales Flair. „Die Kunst, Kontakte für das Geschäft einzusetzen, ist, diese zu systematisieren“, so Lutz. In der Diskussion wurde einmal mehr deutlich, dass das Know-How in den Fachabteilungen vieler großer Buchhandlungen nicht optimal genutzt würden, kleine Buchhandlungen hätten es da einfacher, Kontaktlisten zu bestimmten Themen anzulegen und die Kunden auf diese Weise mit direkten Angeboten zu versorgen. Gelobt wurde der offene Dialog zwischen Handel und Verlagen, in dem in offener und konstruktiver Atmosphäre zahlreiche Probleme und Marktbeobachtungen angesprochen werden konnten.

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige