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Spaziergang mit dem Stadtschreiber

Thomas Rosenlöcher

Viele Buchfreunde hatten sich schon lange für diesen Nachmittag angemeldet: Monika Steinkopf und ihr Team von der Berger Bücherstube hatten in Kooperation mit der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim und dem Verein Leseinsel am Sonntag, 29. Mai, zu einem literarischen Spaziergang mit dem 37. Stadtschreiber Thomas Rosenlöcher eingeladen.

Start war im Stadtschreiberhaus von Bergen. Im schönen Hof des Hauses An der Oberpforte 4 begrüßte Buchhändlerin Monika Steinkopf die vielen Gäste – die Veranstaltung war ausgebucht.Thomas Rosenlöcher stimmte mit Gedichten, witzigen und nachdenklichen Tagebuchsplittern und der Kurzlesung aus einem Kinderbuch auf den Nachmittag ein.

In drei Gruppen ging es anschließend unter sachkundiger Führung über den Berger Hang, vorbei an Streuobstwiesen und mit herrlichen Aussichten auf das nahe Frankfurt. Dabei erfuhren die Spaziergänger Wissenswertes und Amüsantes über die Geschichte der Einrichtung des ersten Stadtschreiberamtes in Deutschland und dessen Initiator Franz-Josef Schneider. Kolportiert wurde auch der „Drei-Schritt“: Bergen-Enkheim – Darmstadt – Stockholm, den bisher allerdings noch keiner schaffte, nicht einmal die Nobelpreisträger Heinrich Böll, Günter Grass und Herta Müller. „Tatsächlich hat den Drei-Schritt noch keiner geschafft, den Doppelschritt aber schon. Unter 37 Stadtschreibern gibt es neun Büchner-Preisträger: Peter Rühmkorf, Arnold Stadler, Wolfgang Hilbig, Wilhelm Genazino, Reinhard Jirgl, Josef Winkler und jetzt F. C. Delius. Wolfgang Koeppen und Karl Krolow hatten den Büchner-Preis bereits, als sie Stadtschreiber von Bergen wurden. Besonders stolz sind wir natürlich auf unsere Nobelpreisträgerin Herta Müller, die auch Stadtschreiberin hier war“, merkt Monika Steinkopf an.

Unter einem riesigen Speierling-Baum las Thomas Rosenlöcher einige Gedichte. Selbstverständlich wurde an dieser Stelle auch erwähnt, dass dem Apfelwein minimale Mengen von Speierling zugesetzt werden – man war ja in Hessen unterwegs.

Der Spaziergang endete im Bibliothekszentrum in Enkheim. Hier las Monika Steinkopf aus Briefen, gesammelt in 38 Stadtschreiberjahren.
Ein besonderes Geschenk wurde an das vor zwei Jahren eingerichtete Stadtschreiberarchiv übergeben: Eine CD mit der Aufzeichnung einer fünfminütigen Rede Marcel Reich-Ranckis zum Stadtschreiber Günter Kunert.

Der 29. Mai war gleichzeitig der 3. Hessische Literaturtag mit etwa 200 Veranstaltungen im Bundesland. Aus diesem Anlass erschien im Keicher Verlag Warmborn eine limitierte Auflage der Stadtschreiberrede von Thomas Rosenlöcher Ich weiß das Land nicht zu finden. Die literarischen Spaziergänger waren die ersten, die diese Broschüre erwerben konnten. Auf Wunsch signierte Thomas Rosenlöcher das Büchlein auch noch.

JF

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