Ab 1900 führte Henri Hinrichsen den Verlag seines Onkels Max Abrahams, C.F.Peters, allein weiter und machte ihn erfolgreich. 1939 enteignet, brachten die Nazis den jüdischen Musikverleger 1942 in Auschwitz um. Am Dienstag Abend wurde ihm zu Ehren in der Leipziger Grieg-Begegnungsstätte, Talstraße, eine Büste aufgestellt, berichtet das Portal info-tv-leipzig.de.
Hinrichsen war Verleger und Freund des Komponisten Edvard Grieg. Er unterhielt Beziehungen zu allen bedeutenden Komponisten seiner Zeit. Er verlegte die Werke von Richard Strauss, Gustav Mahler und Arnold Schönberg konnten in das Verlagsprogramm aufgenommen werden. Zu der Veranstaltung im Rahmen der jüdischen Woche waren Familienmitglieder und Freunde u.a. aus Großbritannien und Norwegen angereist. „Dieser Ausbau des Verlages zu einem echten Weltunternehmen wäre allein schon Grund genug, Henry Hinrichsen heute posthum zu würdigen“, sagte Hermann Eckel, heutiger Geschäftsführer des C.F.Peters Verlages. „Doch wird seine unternehmerische Leistung fast noch übertroffen durch sein ungeheures politisches, soziales und kulturelles Engagement, das sich in einer beeindruckenden Palette an Ehrenämtern und Stiftungen widerspiegelt.“
Im Jahr 1911 stiftete Hinrichsen, der in enger Verbindung zur Pädagogin Henriette Goldschmidt (1825-1920) stand, die Hochschule für Frauen, die erste dieser Art in Deutschland. Im Jahr 1926 stiftete H. Hinrichsen 200.000 Mark für den Ankauf einer Musikinstrumenten-Sammlung und begründete er das heutige Musikinstrumentenmuseum in Leipzig. Obwohl er bereits nach Belgien emigriert war, erwischten ihn die Nazis dort und brachten ihn nach Auschwitz, wo er zusammen mit seinen Söhnen Hans-Joachim und Paul sowie weiteren Verwandten ermordet wurde.