
Andreas Rötzer wird heute 40 Jahre alt.
Ein Doktortitel in Philosophie und Kenntnisse der doppelten Buchführung seien gute Voraussetzungen, um einen Verlag erfolgreich zu führen. Mit diesem Urteil ermutigte ein Verlagsmanager und väterlicher Freund den jungen Andreas Rötzer, als dieser über die Fortführung des traditionsreichen Verlags Matthes & Seitz nachdachte. Der Freund sollte Recht behalten: Seit über sieben Jahren ist Rötzer nunmehr Verleger von Matthes & Seitz Berlin in Prenzlauer Berg.
Der promovierte Philosoph, der in München aufgewachsen ist, lernte bereits als Student an der Seite von Axel Matthes die Verlagsarbeit kennen – als Buchhalter. Und als Matthes sich später aus Altersgründen zurückzog, erfand Rötzer den Verlag behutsam neu, nur eben nicht in München, wo ihn Axel Matthes und Claus Seitz 1977 gegründet hatten, sondern in Berlin. Er knüpfte an die philosophische Tradition des Hauses mit so klangvollen Namen wie Antonin Artaud und Georges Bataille an und erweiterte das Spektrum beträchtlich. Unter anderem hält er den Verlag mit den Erinnerungen des Insektenforschers Jean-Henri Fabre, den Editionen der Erzählungen von Warlam Schalamow und seiner Entdeckung Esther Kinsky im Gespräch.
Als Verleger ist Rötzer ein Überzeugungstäter. In seiner freundlichen, charmanten Art macht er in dem ehemaligen Ladengeschäft in der Göhrener Straße, dort wo er ganz in der Nähe mit seiner Frau und seinen beiden Kinder lebt, intelligente Bücher, von denen er meint, dass sie ein Publikum brauchen – auch wenn sie manchmal nur schwer zu knacken sind. Andreas Rötzer fordert seine Leser heraus. Mit „schönen, zauberhaften, die Geister der Dummheit bannenden, intellektuell verwegenen“ Büchern, wie der Literaturkritiker Gregor Dotzauer bei der Verleihung des Kurt-Wolff-Preises 2008 an Matthes & Seitz Berlin lobte.
Rötzer erhielt die Auszeichnung, weil es ihm immer wieder gelingt, „das Profil des Verlages zu wahren und mit besonderen Büchern eine Zukunft zu gewinnen“. Der Kurt-Wolff-Preis ist nicht die einzige Auszeichnung, die sich Rötzer erarbeitet hat. Im vergangenen Jahr erhielt sein Verlag gemeinsam mit L’Arche Editeur aus Paris den Prix de l’Académie de Berlin für seinen Beitrag zur Belebung und Vertiefung der deutsch-französischen Beziehungen. Wir wünschen Andreas Rötzer weiterhin viele Erfolge und Auszeichnungen für sein faszinierendes Programm.
Margit Lesemann/Christiane Munsberg
Kontakt: info@matthes-seitz-berlin.de
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