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Didier Daeninckx schafft Sprung auf Platz eins der KrimiZeit

An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste September steht diesmal Didier Daeninckx mit Tod auf Bewährung. Der erst jetzt ins Deutsche übersetzte Roman des großen französischen Autors ist im Original 1984 erschienen und eine atmosphärisch dichte politisch-historische Privatdetektiv-Erzählung aus Paris im Jahr 1920.

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste sind:

Auf Platz 5: Einschlägig bekannt von Dominique Manotti. Der Hintergrundkrimi zu den brennenden Banlieues von Paris.
Auf Platz 6: Splitter im Auge von Norbert Horst. Norbert Horst ist Kriminalhauptkommissar und glänzender Schriftsteller. Jetzt geht er neue raffinierte Wege.
Auf Platz 8: Faule Kredite von Petros Markaris. Die Eurokrise aus griechischer Perspektive: Kopf ab für Banker und Finanzhaie.
Auf Platz 9: Banditenliebe von Massimo Carlotto. Drei Halbweltmänner retten eine Frau und finden die Kosovo-Mafia vor ihrer Tür.
Auf Platz 10: Blutschnee von C.J. Box. Mord in Wyomings Wäldern, große Satire.

Dauerchampion:
Zum dritten Mal wurde Mechtild Borrmann mit Wer das Schweigen bricht auf die KrimiZEIT-Bestenliste gewählt. Die Autorin ist auch Gast der KrimiZeit am Stand von ARTE auf der Frankfurter Buchmesse: Freitag, 14. Oktober, 16 Uhr, „Das Beste aus der KrimiZEIT“ mit Mechtild Borrmann und Jan Costin Wagner (Das Licht in einem dunklen Haus), Moderation: Dr. Lore Kleinert (Radio Bremen). (Jurysprecher Tobias Gohlis)

Die komplette KrimiZeit für September:

1. (3) Didier Daeninckx: Tod auf Bewährung. Liebeskind
Paris 1920. In diesem endlich auf Deutsch erschienenen Roman stoßen Privatdetektiv Griffon und Kumpanin Irène auf Folge-Verbrechen des Großverbrechens Weltkrieg: Vertuschung, Mord-Verschwörung, Betrug. Spitzfedrig, Wort für Wort: Abrechnung mit dem Hurrapatriotismus.

2. (9) Walter Mosley: Manhattan Karma. Suhrkamp
Philip Marlowe 2010 = Leonid McGill, schwarzer Privatdetektiv in New York City. Die Familie ernähren und beschützen, anständig bleiben in unanständiger Umgebung – das scheint unmöglich. Zumal McGills Suche nach vier Männern Monster weckt und Mächtige aufschreckt. Klassisch gut.

3. (1) Mechtild Borrmann: Wer das Schweigen bricht. Pendragon
Niederrhein 1939-1952/Mallorca 1998. Ein Missverständnis, eine Frage nach dem Grundwasserspiegel. Kleinigkeiten werden Indizien. Robert Lubisch sucht die Frau, deren Foto er im Nachlass des Vaters gefunden hat. Wie ein Zusammenbruch fällt die Geschichte über die Nachgeborenen her. Ein erstaunliches Buch über Liebe, Jugend, Schuld.

4. (6) Olen Steinhauer: Last Exit. Heyne
Berlin/New York/Pullach. Krieg dem Terror: „Tourist“ Milo Weaver, Agent einer geheimen CIA-Einheit, soll ein Kind liquidieren. Nicht mit ihm. Milos Befehlsverweigerung ist der erste Knoten in Steinhauers raffiniertem Netz aus Täuschung und Gegentäuschung. Das ist die Spionageliteratur nach 9/11.

5. (-) Dominique Manotti: Einschlägig bekannt. Ariadne im Argument Verlag
Paris: Im Vorort Panteuil will Kommissarin Le Muir das neue Sicherheitskonzept der Regierung exekutieren: „ethnische Säuberung“. Mit von der Partie: Immobilienspekulanten, Polizisten als Zuhälter. Manotti ist Meisterin des sozialen und politischen Thrills. DER Krimi zu den brennenden Banlieues.

6. (-) Norbert Horst: Splitter im Auge. Goldmann
Dortmund/holländische Grenze. Ein Mädchen ermordet, der Täter verurteilt, soweit klar. Thomas Adam, der „Steiger“, sollte das auch so sehen. Eine neue Aussage verstärkt seine Zweifel, er ermittelt weiter. Gegen Vorgesetzte und besseres Wissen. Hohe Falldichte: Norbert Horst ist selbst Kriminalkommissar.

7. (2) Jan Costin Wagner: Das Licht in einem dunklen Haus. Galiani Berlin
Turku/Helsinki/Karjasaari, 1985 und 2010. Engel haben keine Namen. Kommissar Kimmo Joentaas verschwundene Freundin so wenig wie die im Koma liegende Frau. Auch der Todesengel nicht, der erst die Todkranke und dann alle umbringt, die ihr Gewalt angetan haben. Finnische Mysterien.

8. (-) Petros Markaris: Faule Kredite. Diogenes
Athen. Krise. Renten und Gehälter werden gekürzt, Angst allenthalben. Da schlägt jemand Bankern und Finanzhaien die Köpfe ab. Klammheimliche Freude. Nur Kommissar Charitos sorgt sich. Er muss die Hintermänner finden und deshalb das Dopingsystem Finanzwelt begreifen. Klug und ironisch: Markaris.

9. (-) Massimo Carlotto: Banditenliebe. Tropen
Padua/Grenoble. Die schöne Sylvie ist entführt worden . Zwei Kneipiers und ihr Mann, ein Schmuggler, rollen auf der Suche nach ihr eine alte Mord-Geschichte mit der Kosovo-Mafia auf. Im Kampf um und für Sylvie zählt nur eins: Banditentreue. Gangsterballade in Noir-Dur aus der kriminellen Nordostecke Italiens.

10. (-) C.J. Box: Blutschnee. Heyne
Saddlestring, Wyoming. Ein Schneesturm zieht auf. Ein Forstbürokrat massakriert Wapitis und wird selbst von Pfeilen durchbohrt. Wilde Siedler campen im Staatswald, eine lokale Sarah Palin will Exempel statuieren. Jagdaufseher Pickett versucht, im Chaos sein Kind zu retten. Natur, Gewalt, Satire: rauhe USA.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Kolumnist DIE ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, Dlf, BR | Sven Boedecker, »SonntagsZeitung« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen | Thomas Klingenmaier, »Stuttgarter Zeitung« | Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »Weser-Kurier« | Thomas Wörtche, »Plärrer«, »culturmag«, »DRadioKultur«

Die KrimiZEIT-Bestenliste September wird heute auch in der ZEIT veröffentlicht und in den Literatursendungen des NordwestRadios sowie und unter www.arte.tv/krimiwelt vorgestellt.

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