
Gestern Abend erhielten im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt die Autoren Thomas Gsella und Matthias Göritz den Robert Gernhardt Preis 2011.
Die Jury, bestehend aus Eva Demski, Karl-Heinz Götze und Christoph Schröder hatte die Projekte dieser Autoren unter 47 Bewerbungen ausgewählt.
Harry Oberländer, Geschäftsführer des Hessischen Literaturforums im Mousonturm, konnte zur feierlichen Preisübergabe u.a. die Jury, die Vorjahrespreisträger Peter Kurzeck und Andreas Martin Widmann sowie Almut Gehebe-Gernhardt, Witwe des 2006 verstorbenen Autors und Zeichners Robert Gernhardt, begrüßen.
Norbert Schraad, Mitglied des Vorstands der Landesbank Hessen-Thüringen, deren Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen das Preisgeld in Höhe von insgesamt 24.000 Euro stiftet, zitierte in seiner Rede einen Finanzminister, der formulierte: „Wenn wir schon kein Geld haben, dann brauchen wir wenigstens gute Ideen.“ Im Bereich der Kultur seien solche Ideen ein Versprechen für die Zukunft.
Banken und Risikofreude werden vielfach in Zusammenhang gebracht. Norbert Schraad betonte dabei das Wort „Freude“, die bei solch einer Preisverleihung überwiege. Gefördert werden seit 2009 Projekte – alle bisherigen Vorhaben wurden umgesetzt.
Für das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst ergriff Staatssekretär Ingmar Jung das Wort. Die Bank beweise Mut, wenn sie noch nicht fertige Projekte unterstützt. „Weiter so!“, forderte der Staatssekretär die Landesbank auf.
Die diesjährigen Preisträger stehen in der Tradition von Robert Gernhardt, der sogar im Jahr 2004 Thomas Gsella für den Cuxhavener Joachim-Ringelnatz.Nachwuchspreis vorgeschlagen hat.
Dass die Namen des Autors, nach dem der Preis benannt ist, und die Namen der Preisträger 2011 alle mit „G“ beginnen – reiner Zufall in diesem Jahr.
Thomas Gsella ging in seiner Laudatio für Matthias Göritz auf dessen Romanprojekt Das Geschäft mit den Träumen ein, dessen Thema eine Filmproduktion über den Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf den Sender Gleiwitz ist.
Gleichzeitig würdigte er Matthias Göritz als einen vielseitigen Lyriker, Übersetzer, Erzähler, Dozenten und Mentor, der weltweit unterwegs ist.
Muss man in einer Laudatio Lob an Lob reihen oder darf man auch scheinbar Kritisches anmerken? Diese Frage stellte Matthias Göritz an den Anfang seiner Rede über Thomas Gsella. Er bezeichnete den Satiriker und Lyriker in einer humorvollen Laudatio nicht als Neuerer, sondern als Weitermacher, und zwar in bester Gernhardt-Tradition. Er zitierte aus dem Projekt Tiere und Reime, das Zeichnungen von Greser & Lenz kongenial ergänzt.
Die Veranstaltung wurde von den Devilish Double Dylans musikalisch begleitet.
Die Landesbank hatte eine Anzahl Bücher von Peter Kurzecks Roman Vorabend erworben, der Autor hatte alle diese Ausgaben signiert – im Anschluss an die Veranstaltung konnten die Gästen auf Wunsch eines dieser Bücher mitnehmen. Eine schöne Geste bei der Verleihung des Robert Gernhardt Preises.
JF