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Gestern wäre Econ-Gründer Erwin Barth von Wehrenalp 100 Jahre alt geworden

Erwin Barth von Wehrenalp (2.v. l)

Im Juli hatten wir dem 100. Geburtstag von Willy Droemer gedacht; Erwin Barth von Wehrenalp, einer der anderen großen Gründerverleger der Nachkriegszeit und der Gründer des Econ Verlages, wäre gestern auch hundert Jahre alt geworden.

Daran erinnert uns heute Michael Tochtermann, einer der letzten seiner „Getreuen“ damals. Im Juli-Heft habe ich erzählt, wie es zu diesem Foto aus dem Jahr 1969 gekommen war, das ihn mit seinem Freund Willy Droemer, den beiden Buchclub-Besitzern Ernst Leonhard und Georg von Holtzbrinck (v.r.) und dessen Generalbevollmächtigtem Werner Schoenicke (l.) zeigt: Das Foto entstand bei der Pressekonferenz zu der damals beabsichtigten Fusion von Deutsche Buchgemeinschaft, Deutscher Bücherbund, S. Fischer Verlage, Droemer und den Verlagen der Econ-Gruppe (neben Econ damals auch Marion von Schröder und Claassen).

250 Mio DM Umsatz hätte dieser „Superkonzern“ (so wurde dessen beabsichtigte Gründung während der Buchmesse 1969 gehandelt) als Gegengewicht zum Bertelsmann-Konzern auf die Waage gebracht; von Weltbild (sein „Gründer“ Carel Halff ist am 24. „erst sechzig“ geworden [mehr…]) war noch längst nicht die Rede. Warum es dann doch nicht zur Gründung kam, ist heute wohl weitgehend vergessen: Erwin Barth von Wehrenalp, der die Idee zu dieser „Elefanten-Hochzeit“ hatte, ließ sie platzen, als seine damals kränkelnde Gruppe (durch einen einzigen Bestseller) mehr als überraschend wieder gesundete. Das war eine regelrechte „Wunderheilung“: Erich von Dänikens Erstling „Erinnerungen an die Zukunft“, schon im Vorjahr erschienen, hatte plötzlich solche Fahrt aufgenommen, dass dem agilen Verleger die Fusion auf einmal gar nicht mehr so dringlich schien.

Erwin Barth von Wehrenalp war ein Verleger, wie „er im Buche steht“: Für jedes seiner Bücher konnte er sich begeistern, als wäre es sein Einziges in dem Jahr. Und die Buchhändler und das Gespräch mit ihnen liebte er genauso: Bei jeder Buchmesse ließ er es sich nicht nehmen, möglichst von Beginn bis zum Schluss am Stand zu sein, um mit seinen Kunden auch reden zu können.

Ich hatte die Ehre, schon während meiner Lehrzeit am Econ-Stand einen Tag lang Bücher verkaufen zu dürfen und damit ganz früh schon lernen zu können, was Begeisterung bewirken kann. Ich wünsche mir heute mehr davon bei manchen meiner Freunde. Erwin Barth von Wehrenalp hat aber nicht nur mich geprägt – auch mein langjähriger Wettbewerber Bodo Harenberg ist sehr von ihm beeinflusst und zur Gründung des Buchreports inspiriert worden.
CVZ

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