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Prof. Dr. Gottfried Honnefelder: „Wir brauchen Regeln für die Freiheit im Netz“

Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2011 warnt der Vorsteher des Börsenvereins vor zunehmender Piraterie im Netz: Das Thema habe zu geringen Stellenwert in Politik und Gesellschaft

Das sind laut Börsenvereins-Vorsteher Prof. Dr. Gottfried Honnefelder die Gefahren, die sich durch die zunehmende Digitalisierung von Inhalten ergeben, sagte er heute bei der Pressekonferenz zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2011: „Die Gesellschaft braucht kein neues Urheberrecht – sie braucht Regeln für die Freiheit im Netz“. Rund 60 Prozent aller aus dem Netz heruntergeladenen elektronischen Bücher seien in Deutschland im vergangenen Jahr illegal heruntergeladen worden. Dabei sei der Markt noch sehr klein. „Ich bin überzeugt: Bei der kriminellen Energie einzelner Internetplattformen gibt es jedes Buch, das es legal gibt, irgendwann auch illegal. Deshalb muss es genügend Leser und Mediennutzer geben, die sich legal verhalten.“ Dafür brauche man nicht nur hervorragende digitale Angebote von Verlagen – die es auch bereits gebe, sondern ebenfalls spürbare Sanktionen für rechtswidriges Handeln. Noch habe das Thema einen zu geringen Stellenwert in Politik und Gesellschaft.

Er betonte, 81 Prozent derjenigen, die selbst Medieninhalte illegal herunterladen, glaubten, dass die Versendung von Warnhinweisen dazu führen würde, dass illegales Filesharing eingestellt werde. Ein solcher Ansatz könne also so falsch nicht sein. „Deshalb fordern wir von der Politik, die Internet-Provider verpflichtend in solche Maßnahmen einzubeziehen. Ohne sie ist ein Warnhinweismodell nicht umsetzbar.“

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