
Die österreichische Buchbranche trauert um Peter Prinz. Der Inhaber der Buchhandelskette Bücherzentrum, der am 18. Oktober 72 Jahre alt geworden wäre, ist am 5. Oktober 2011 verstorben.
Ein Nachruf von seinem langjährigen Wegbegleiter Günther Reisenauer:
Irgendwer hat einmal gesagt, dass bei Hochzeiten und Beerdigungen gelogen wird, dass sich die Balken biegen. Das wird wahrscheinlich auch jetzt, bei der Person von Peter Prinz der Fall sein. Zumal ja der Buchhandel seit je her, durchaus als Synonym für „Gerüchteküche“ betrachtet werden kann. Doch es gibt auch Fakten: Mit Peter Prinz verlässt die Branche der „Großmeister der Auslieferung“ schlechthin. So wie Fritz Gottschalk als Legende innerhalb der Sortimenter galt, so gilt Gleiches für Peter Prinz als Auslieferer. Unter seiner Ägide wurde Lechner&Sohn nicht nur zur größten Buchauslieferung des Landes, sondern auch zum Trendsetter in Richtung Logistik. Mit der Einführung der EDV, und der Übersiedlung auf die grüne Wiese, war er der Erste, der die Zeichen der Zeit erkannte. Als Sortimenter kam man in den Genuss von massiver Vertreterbetreuung, welche er als maßgeblich für den Aus- und Aufbau der Marktposition von Lechner&Sohn betrachtete. All die Geschichten über seinen Umgang mit Autoren, Verlegern (stellvertretend für viele, sei hier Wolfgang Schaffler genannt) und Sortimentern, wären es wert, als Buch zu erscheinen. Sie zeigen auf, dass Peter Prinz trotz aller notwendigen „Businessusancen“, ein Mensch mit sehr viel Humor, und sehr viel Charme – das wienerische „Schmäh“ ist eigentlich treffender – war. Diese Eigenschaften waren prägend für ihn, und trugen wesentlich zu seinem Erfolg bei. Nach dem Ausscheiden bei Lechner, war das Wohl der Bücherzentrumsgruppe Mittelpunkt seines beruflichen Lebens. Die immer widriger werdenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, verbunden mit gesundheitlichen Problemen, machten ihm das Leben sicher nicht leichter. Seiner Familie gilt unser Beiland, und auch die Überzeugung, dass viele, die ihn kannten, ganz einfach traurig sind.