
Der italienische Dichter Andrea Zanzotto ist gestern, kurz nach seinem 90. Geburtstag, in Conegliano (Treviso) verstorben. Dies teilt der Folio Verlag mit.
1921 im norditalienischen Pieve di Soligo (Provinz Treviso) geboren, Literaturstudium in Padua, Teilnahme am Widerstand gegen den Faschischmus und Nationalsozialismus. Er kehrte nach kurzen Aufenthalten in Frankreich und der Schweiz ins venezianische Hinterland zurück, wo er als Lehrer und Kritiker lebte. Er unterhielt rege Kontakte zu den kulturellen Kreisen in Venedig, Mailand und Rom. Enge Freundschaft verband ihn mit Pier Paolo Pasolini, Frederico Fellini, Goffredo Parise und Vincenzo Consolo. Großes Lob erntete er bereits in jungen Jahren von seinen Lyriker-Kollegen Eugenio Montale und Giuseppe Ungaretti.
Sein Werk wurde mit zahlreichen italienischen Preisen bedacht und im Ausland 1993 mit dem Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie und 2005 als erster italienischer Dichter mit dem Hölderlin-Preis der Stadt Tübingen.