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Dorothee Hess-Maier über den neuen Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag

Die Stiftung Ravensburger Verlag hat erstmalig einen Buchpreis [mehr…] ausgelobt: Das war Anlass für Fragen an die Stiftungsvorsitzende Dorothee Hess-Maier.

BuchMarkt: Es gibt doch schon so viele Buchpreise, jetzt noch einen?

Dorothee Hess-Maier:Es kann gar nicht genug Buchpreise geben! Allerdings gibt es sehr wenige mit einem definierten inhaltlichen Schwerpunkt.

Welchen Schwerpunkt verfolgen Sie denn?

Dorothee Hess-Maier:
Wir wollen gesellschaftlich wichtige
Themen anstoßen

Die Stiftung Ravensburger Verlag fokussiert ihre Tätigkeit unter anderem auf das Thema „Familie“. Wir hatten zehn Jahre lang einen Medienpreis für Journalisten ausgelobt, weil wir die Berichterstattung in den Medien über Beispiele familiären Zusammenlebens anregen und damit mehr Aufmerksamkeit für Familienthemen erreichen wollten.

Wir haben den Eindruck, dieses Ziel ist durchaus erreicht.

Ja, deshalb hat die Stiftung diesen Preis auch eingestellt und etwas Neues ins Leben gerufen. Mit dem Buchpreis soll nun einmal jährlich ein literarisches Werk ausgezeichnet werden, das Familie in den Mittelpunkt der Handlung stellt, das die inneren Kräfte des Lebensmodells Familie und deren Dynamik literarisch ausdrückt.

Was hat Sie bewogen, den Familienroman „Engel des Vergessens“ von Maja Haderlap auszuzeichnen?

Es gab ja in diesem Jahr eine Flut von Neuerscheinungen zum Thema Familie, auch die Feuilletons haben dieses Phänomen beobachtet und kommentiert. Die Auswahl war also groß. Letztendlich gefiel uns am besten die uneitle Schilderung Maja Haderlaps aus der Perspektive des Kindes und der Heranwachsenden, die die schwere Geschichte ihrer Familie zu begreifen lernt und dabei deren Stärke und Zusammenhalt erlebt.

Ihre persönliche Sicht auf den Roman?

Mich hat besonders beeindruckt, dass die Romanerzählerin sich selbst nicht in den Mittelpunkt stellt, sondern – im Gegensatz zu anderen Autoren – ohne Ich-Bezogenheit beobachtend berichtet, wie die Familie mit der schlimmen Vergangenheit zurechtkommt, wie man sich gegenseitig stützt und trotz aller Bitterkeit und natürlich auch innerfamiliärer Konflikte und Meinungsverschiedenheiten Halt und Heimat gibt. Das Buch ist keine Heile-rosa-Welt-Geschichte, sondern eine souverän, teilweise sehr poetisch erzählte Story des Erwachens – im Sinne von Erwachsenwerden.

Was macht die Stiftung Ravensburger Verlag sonst noch?

Wir sind eine gemeinnützige Stiftung. Die Zwecke der Stiftung orientieren sich an Zielen und Programmen des Unternehmens Ravensburger. Im Fokus stehen Kinder und Familie, Bildung und Erziehung. Die Stiftung ist fördernd, aber vor allem auch operativ tätig, das heißt, sie konzipiert und initiiert selbst Forschungs- und Bildungsprojekte, die gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis realisiert werden. Die jeweiligen Ergebnisse sollen Eltern bei ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag unterstützen, Lehrern und Erziehern Hilfestellung bieten, dabei auch Modellcharakter haben. Zugleich möchte die Stiftung die Familien- und Bildungspolitik von Bund und Ländern anregen, kritisch begleiten und die öffentliche Diskussion über gesellschaftlich wichtige Themen anstoßen.
Die Fragen stellte Christian von Zittwitz

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