Mit einer neuen Plattform hofft PaperC besser in den Markt zu kommen Katja Splichal, Head of Social Media & Marketing erläutert das neue Konzept.
BuchMarkt: Zuletzt war von einigen Schwierigkeiten zu lesen, nicht nur De Gruyter hatte sich zurückgezogen, Ihr Geschäftsmodell war in in eine rechtlich bedenkliche Lage geraten.

Katja Splichal: Unser Geschäftsmodell war nie in einer rechtlich bedenklichen Lage, vielmehr verhält es sich folgendermaßen: Irgendeiner muss den Anfang machen und neue Märkte nicht nur theoretisch sondieren, sondern praktisch erschließen. Die Erschließung eines komplett neuen Geschäftsfeldes ist gerade im Onlinebereich nicht ohne Kinderkrankheiten, weil es adäquater Präzedenzfälle ermangelt.
Ist das Geschäftsmodell in Anlehnung ans Kopieren obsolet, wo findet sich das wieder?
Machen Sie jetzt einen Neuanfang?
Die Flatrate ist eine Erweiterung unseres bisherigen Geschäftsmodells und eine konsequente Umsetzung der Anforderungen und Wünsche unserer Nutzer. Nun zu De Gruyter: Bis vor wenigen Monaten gab es bei De Gruyter keine Endkundenpreise für das eBook-Sortiment. PaperC hatte die Rechte für den Verkauf von Seiten, Kapiteln und komplette eBooks zu einem Seitenpreis von 10 Cent – der Erwerb des gesamten eBooks fand zum festgelgten eBook-Preis des Verlages statt, sofern wir diese vom Verlag mitgeteilt bekamen – welche Preise hätten wir im Fall De Gruyter verwenden sollen, solange es keine offiziellen Endkundenpreise gab? Wir haben also eine Multiplikation des Seitenpreises mit der Anzahl der Seiten vorgenommen und die Titel zum Ergebnis dieser Multiplikation verkauft. Wir würden uns freuen, wenn die Medienberichterstattung hier ein klareres Bild zeichnet und sind auch an einer Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit De Gruyter interessiert, sofern wir unsere Differenzen ausräumen können. Wir haben uns im Guten geeinigt.
Haben die Verlage ein Risiko?
Nein, die Verlage bekommen immer ihre Marge, egal wie viel wir umsetzen. Der Nutzer kann in allen Titel lesen. Wenn also ein einzelner Titel 20 Euro kostet und ein Nutzer 50 Prozent liest, kommt der Verlag die vereinbarte Marge prozentual von 10 Euro. Egal wie viele Titel ein Nutzer sich bei uns ansieht. Das Risiko liegt bei uns. Die Verlagsmargen bleiben fest. Der Nutzer aber muss sich um nichts kümmern, das ist uns wichtig.
Sie wollten ursprünglich einmal in diesem oder kommenden Jahr die Gewinnzone erreichen, wird das mit Neuaufstellung nun verschoben? Was sagen Sie Ihrem Investor?
Wir freuen uns, eine der großen Gründerpersönlichkeiten, Herrn Axel Schmiegelow, als Executive Chairman gewonnen zu haben und damit die Möglichkeit erhalten zu haben, unter fachkundigster Begleitung unsere große Vision umsetzen zu können. Wir sagen: „Herzlichen Dank“.
Es gab vor allem Konflikte mit der Preisbindung war zu hören. Wie gedenken Sie jetzt die Preisbindung einzuhalten, wie geht eine Flat Rate mit der Preisbindung zusammen?
Die Flatrate erlaubt eine zeitlich limitierte Nutzung der Inhalte und fällt damit unter das Mietrecht, also der Buchpreisbindung nicht zum Opfer.
Wer sind Ihre Leser?
Unser Fokus liegt derzeit auf den Early Adoptern und technikaffinen Heavyusern von Fachbüchern: den ITlern. Mit ihnen werden wir die neue Plattform Paperc.com zu dem Erfolg bringen, den die Idee dahinter verdient.
Es heißt eine größere Nutzeraktivität sei Ihnen wichtiger als Kundenmenge: Wie wollen Sie mit erhöhter Nutzeraktivität Geld verdienen? Wie kommen Sie mit dem neuen Auftritt aus Ihrem alten Dilemma heraus?
Wir haben unser Team gerade auf acht Leute aufgestockt, neue Räume bezogen und unsere Investoren glauben an uns (wir auch). Unser „Dilemma“ sind Herausforderungen in einem neuen Markt, die wir mit viel Arbeit, Fleiß und Spucke angehen. Andere Start-Ups haben sich ihren Erfolg auch schwer erkämpfen müssen. Wir wollen jetzt das höchstmögliche Involvement um die Plattform von sehr aktiven Nutzern ausgiebig testen zu lassen, dass es langfristig auch um Nutzerzahlen gehen muss, setzt kein Mathematik- oder Wirtschaftstudium voraus.
Die Fragen stellte Matthias Koeffler







