
Lesen Sie aufmerksam folgenden Text und schicken Sie uns die richtige Lösung: Wir suchen heute nach einem Verlag, dessen Name und Logo von einem maßgeblichen Werk einer wichtigen deutschen Literaturströmung abgeleitet sind. Er wurde vor 33 Jahren in einer Stadt gegründet, die lange vorher ein Hauptort jener Strömung war und wo dieses Werk zuerst erschien.
Noch heute hat der Verlag seinen Sitz in dieser Stadt, die die meisten Verlage und Buchhandlungen pro Einwohner in Deutschland aufzuweisen hat. In deren kulturpolitisches Leben hat sich der Verlag immer wieder eingemischt, auch mit Veröffentlichungen zur jüngsten deutschen Vergangenheit.
Der Verlag ging aus einer unregelmäßig erscheinenden Zeitschrift mit dem schönen Namen „Carlo Sponti“ hervor. Wann die gegründet wurde, kann nicht einmal die Deutsche Nationalbibliothek sagen. Als erste Ausgabe hat sie die Nr. 6 aus dem Jahr 1974 in ihrem Bestand.
Der Buchverlag gehört noch immer seinen drei Gründern (einer Frau und zwei Männern), die damals aus der studentischen Szene kamen. Einer davon, der als Herausgeber von „Carlo Sponti“ der Presse als „alternativer Lebenskünstler“ galt, führt bis heute die Geschäfte. In der Branche machte er sich als Mitinitiator und erster Vorsitzender einer angesehenen Stiftung zur Förderung unabhängiger Verlage einen Namen. 2008 erhob ihn der französische Staatspräsident in den Rang eines „Officier de l‘Ordre National du Mérite“.
„Unser Ansatz bei der Gründung war“, so hat sich der Verleger in einem Interview geäußert, „weg von der Herrschaftswissenschaft, alles ein bisschen durchmischen, gegen die etablierten 68er und die dogmatischen K-Gruppen. Es sollte aber ein anspruchsvolles Projekt sein“. Aus diesem Ansatz heraus wurde der Verlag zu einer „Schatzgräberei in versteckten Nischen der Literatur“, wie ihn die Südwest Presse Ulm zum 25-jährigen Bestehen nannte. Ein anspruchsvolles Projekt ist der Verlag stets geblieben, getreu seinem Gründungsmotto „Die Erneuerung der Literatur kommt aus den Peripherien und nicht aus den Metropolen.“ Da ist schon einmal ein Autor im Programm, der überraschend den Nobelpreis erhält, wie im Jahre 2008 geschehen.
Programmlinien sind nicht nur die eingangs erwähnte Geschichte des Verlagsortes, sondern auch Judaica, Reiseliteratur, Kunst und Fotografie sowie Literatur aus dem afrikanischen, frankophonen und osteuropäischen Raum, nicht zuletzt aber moderne deutsche und internationale Lyrik, getreu dem zweiten Verlagsmotto „Die Poesie liegt auf der Straße“. Zu einem Überraschungserfolg wurde ein vom Buchhandel als kaum verkäuflich eingeschätzter Tagesabreißkalender (Vorbestellungen 326 Stück, inzwischen in hoher Auslage im fünften Jahrgang), den der Verlag in Kooperation mit einer großen Sendeanstalt herausbringt.
Eine enge Kooperation zur Förderung einer bestimmten Literaturgattung gibt es auch mit einem Literaturhaus in einem benachbarten Bundesland und mit dessen Kultusministerium. Auch hier also „Schatzgräberei in einer Nische“ – mitten in der Provinz.
Als Beispiel für die konsequente Nischenpolitik des Verlages sei eine Buchreihe genannt, die in Zusammenarbeit mit der UNESCO herausgebracht wird. Zwölf Schriftsteller schildern darin zwölf von einem Kapitän angeregte Reisen zu zwölf Völkern, die nur über Wasser zu erreichen sind.
Heinold fragt: Wie heißt der Verlag (Kurzbezeichnung und Verlagssitz)?
{Senden Sie die Lösung an heinold@buchmarkt.de. Einsendeschluss ist der 17. Oktober 2011. Unter den Einsendern, deren Lösung komplett und richtig ist, verlosen wir ein Exemplar „Bücher und Buchhändler“ (Bramann) von Wolfgang E. Heinold.